Material: Linoleum

29.10.2023 – 18.2.2024 | Kunstmuseum Bayreuth

Laas Abendroth, Boreout, 2016

Fünf Katalogveröffentlichungen von Uta Zumseil finden sich in der Amazon-Bibliothek, neben ihren schönen Original-Linolschnitten. Und wenn man schauen möchte, wie es geht, einen ganz modernen Linolschnitt zu kreieren (die französischen Impressionisten, Vlaminck und die deutschen Expressionisten wussten sich schon vor hundert Jahren meisterlich des Linolschnitts zu bedienen) und diesen mit einem ganz gewöhnlichen Motiv auf überraschende Weise in Verbindung zu bringen, sollte man ebenfalls in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen hinschauen, wo seit 1989 eine Triennale des zeitgenössischen Linolschnitts stattfindet und wo die besten Arbeiten in dem Wettbewerb „Linolschnitt heute“ ausgezeichnet werden. Vor einem Jahr hatte Uta Zumseil mit ihrer schönen Ausstellung „Nachtflüge“ (mit Peter Mell und Oskar Zumseil) im Angermuseum in Erfurt erneut auf ihre poetischen Bilder hingewiesen. In Bietigheim-Bissingen wurden sie schon mit dem 3. (2007) und 2. Preis (2010) ausgezeichnet.

Das für die Drucktechnik verwendete Linoleum besteht aus Leinöl, Korkmehl und Harzen und wurde, in den Nachkriegsjahren, häufig als Bodenbelag verwendet. In den sogenannten sozialistischen Ländern gehörte Linoleum als Bodenbelag auf jeden Fall in die Küche. Kein Wunder, dass viele Künstler die Möglichkeit nutzen, es als günstiges Ausgangsmaterial zu gebrauchen.
Das Kunstmuseum Bayreuth übernimmt die besten Wettbewerbereignisse aus den letzten 15 Jahren von der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen und ergänzt sie mit Arbeiten aus verschiedenen europäischen Ländern (Frankreich, Polen, Tschechien, Ukraine), aber auch aus Mexiko, Kolumbien, Australien und Südafrika.

Linolschnitt heute! Aus der Sammlung der städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen
29.10.2023 – 18.2.2024
Kunstmuseum Bayreuth
Altes Barockrathaus
Maximilianstr. 33
D-95444 Bayreuth
Tel.: +49-921-7645310
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 2 €, erm. 1 €
www.kunstmuseum-bayreuth.de

Text: Dr. Milan Chlumsky
Bild: Kunstmuseum Bayreuth
Erstveröffentlichung in kunst:art 94