
Spitzen und Täler
Die regionale Ausprägung der Architektur ist mit der Zeit mehr und mehr verloren gegangen. Das ist eine Entwicklung, die nicht erst in der Nachkriegszeit begonnen hat, sondern schon sehr viel früher. Mit der steigenden Mobilität war man selbstverständlich besser in der Lage, die Architektur anderer Regionen, ja sogar anderer Länder kennenzulernen und diese auch für die eigene Region zu übernehmen, sei es als Bauherr oder als Architekt. Deshalb ist es auch so schön, wenn man dann doch mal etwas entdeckt, was unzweifelhaft eine regionale Bedeutung hat. Nun erhebt Emden keinen Anspruch darauf, dass hier im Zickzack verlaufende Architektur erfunden wurde, da es schon seit der Antike solche Formen gibt. Das Besondere in Emden, aber nicht nur dort, ist die Kombination aus dem sogenannten norddeutschen Backsteinexpressionismus und dem erwähnten Zickzack-Muster, sei es als Ornament auf der Fassade oder als Gestaltung des Dachs. In Hamburg, Hannover, Bremen und Emden findet man diese Gestaltung aus den 1920er-Jahren. Die Sonderausstellung „Zickzack. Emder Backsteinexpressionismus vor 100 Jahren“ beschäftigt sich besonders mit der lokalen Architektur, weiß diese aber regional einzuordnen.
Wie verankert ein Stil ist, sieht man auch daran, auf welchen Gebäuden er verwendet wird. In Emden sind es auch offizielle Bauten, wie zum Beispiel eine Schule oder die örtliche AOK, aber auch kleinere und eher private Bauten mit dennoch öffentlicher Funktion, wie ein Kiosk oder ein Kino.
Ostfriesisches Landesmuseum Emden
9.5.2026 – 31.1.2027
ZICKZACK – Emder Backsteinexpressionismus vor 100 Jahren
Brückstr. 1
D-26725 Emden
Tel.: +49-4921-872050
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 4 €
www.landesmuseum-emden.de