Das Nederlands Fotomuseum hat sein neues Domizil im Pakhuis Santos bezogen, einem Kaffeelagerhaus von 1901 im Rotterdamer Hafenviertel Katendrecht. Eine private Großspende von 38 Millionen Euro machte den Umbau möglich.
Seit dem 7. Februar ist das nationale Fotomuseum der Niederlande in dem restaurierten Lagerhaus für die Öffentlichkeit zugänglich, nachdem es zuvor rund zwei Jahrzehnte in einem ehemaligen Werkstattgebäude der Holland America Line auf der Wilhelminapier untergebracht war. Die Sammlung umfasst mehr als 6,5 Millionen fotografische Objekte, darunter 175 vollständige Fotografenarchive von Cas Oorthuys bis Rineke Dijkstra, und zählt damit zu den größten Fotografiesammlungen weltweit.
Den Umbau verantworteten das Hamburger Büro Renner Hainke Wirth Zirn Architekten gemeinsam mit den Rotterdamer WDJArchitecten unter Wessel de Jonge, einem Spezialisten für Denkmalsanierung. Der zentrale architektonische Eingriff besteht aus einem Atrium, das Tageslicht durch das Gebäudezentrum leitet, sowie zwei neuen Geschossen, die sich als champagnerfarbene Aluminium-Krone über dem historischen Backsteinbau erheben, ohne ihn zu berühren. Die rund 9.800 Quadratmeter Gesamtfläche bieten etwa 3.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche.
Finanziert wurde das Projekt von der Stiftung Droom en Daad, die von der Rotterdamer Milliardärsfamilie Van der Vorm getragen wird und bereits das benachbarte Fenix Museum of Migration sowie das Depot des Museums Boijmans Van Beuningen ermöglicht hat. Katendrecht, einst Rotlichtbezirk mit Europas ältestem Chinatown, entwickelt sich durch diese Investitionen zu einer kulturellen Destination am Südufer der Maas.
Überschattet wurde die Eröffnung von einer Führungskrise: Direktorin Birgit Donker war im Sommer 2025 wegen eines Vertrauensbruchs mit dem Aufsichtsrat entlassen worden. Als Nachfolgerin wurde die 39-jährige Zippora Elders Tahalele berufen, die im April 2026 vom Van Abbemuseum in Eindhoven nach Rotterdam wechselt. Zum Auftakt zeigt das Haus drei Ausstellungen, darunter eine Erkundung der Cyanotypie-Technik und einen fotografischen Rundgang durch 180 Jahre Rotterdamer Stadtgeschichte.
