
Eine Künstlerkolonie der Zwanzigerjahre
Der Kunstraum Churfranken in Klingenberg, einer am Main gelegenen Kleinstadt etwa in der Mitte zwischen Darmstadt und Würzburg, hat sich seit über einem Jahrzehnt sehr engagiert der Vermittlung zwischen Öffentlichkeit und Kunstschaffenden verschrieben, zumeist solchen aus der Region und nicht zuletzt auch des Nachwuchses. Die Ausstellungstätigkeit im Kunstraum Löw-Haus aber widmet sich bei guter Gelegenheit auch historischen Positionen. Eine solche ist die Künstlerkolonie Solingen, eine lockere Gemeinschaft, deren Geschichte sich, beginnend in der 1920er-Jahren, ungewöhnlich lang, ja bis in unsere Gegenwart zieht.
Gründer waren damals Hans Heinen, seines Zeichens Journalist und Dichter, und seine so hochgebildete wie emanzipierte Ehefrau Erna Heinen-Steinhoff. Letzterer fiel eine zentrale Rolle bei dem Projekt zu, versuchte sie doch in der von der Metallindustrie geprägten Stadt einen literarischen und überhaupt kulturellen Salon im Stile des frühen 19. Jahrhunderts ins Leben zu rufen. In den prägnant benannten Lokationen „Rotes Haus“ und „Schwarzes Haus“ waren tatsächlich Berühmtheiten der Literatur zu Gast, denen sich alsbald auch bildende Künstler beigesellten. Zu nennen ist hier der ortsansässige Maler Erwin Bowien (1899–1972), der eine Malgemeinschaft gründete: Bettina Heinen-Ayech und Amud Uwe Millies, beide in den 30ern geboren, führten, zwischen Heimatbezug und Weltreisen, die Geschichte der Künstlerkolonie Solingen fort bis ins neue Jahrtausend.
Solingen trifft Churfranken
21.3. – 31.5.2026
Kunstraum Churfranken
Galerie Löw Haus
Hauptstr. 29
D-63911 Klingenberg
Tel.: +49-151-21324309
Sa + So 14 – 18 Uhr
www.kunstraum-churfranken.de