Die britische Aktivistengruppe „Everyone Hates Elon“ hat ein gerahmtes Foto des verhafteten Andrew Mountbatten-Windsor im Pariser Louvre platziert. Das Bild hing rund 15 Minuten im Denon-Flügel, nur wenige Meter von der Mona Lisa entfernt.
Die Guerilla-Aktion fand am Sonntag, dem 22. Februar statt, drei Tage nach der Festnahme des früheren Prinzen wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit den Epstein-Akten. Mitglieder der Gruppe schmuggelten das in einen goldenen Rahmen gefasste Pressefoto zwischen Gemälde alter Meister im Denon-Flügel und versahen es mit einer professionell gestalteten Wandplakette, die es wie ein reguläres Ausstellungsstück erscheinen ließ.
Das Foto des Reuters-Fotografen Phil Noble zeigt Andrew Mountbatten-Windsor zusammengesunken auf der Rückbank seines Wagens, nachdem er am 19. Februar nach elfstündiger Befragung eine Polizeistation in Norfolk verlassen hatte. Der sarkastische Titel „He’s Sweating Now — 2026″ spielt auf das berüchtigte BBC-Newsnight-Interview von 2019 an, in dem Andrew behauptet hatte, aufgrund einer medizinischen Besonderheit physisch nicht schwitzen zu können.
Museumsbesucher reagierten amüsiert
Nach Angaben mehrerer internationaler Medien blieben Besucher vor dem Foto stehen, lachten und machten eigene Aufnahmen, bevor Louvre-Personal es nach etwa einer Viertelstunde entfernte. Der Louvre lehnte jede Stellungnahme ab, auch zur Frage möglicher rechtlicher Schritte. Gegenüber dem britischen Sender ITV erklärte die Gruppe: „They say: ‚Hang it in the Louvre.‘ So we did.“
Die Aktion steht in der Tradition von Guerilla-Kunst in Museen, die Banksy 2004 mit einer verfremdeten Mona Lisa im selben Haus begründete. „Everyone Hates Elon“ hatte zuvor bereits bei Trumps Staatsbesuch 2025 Fotos von Epstein und Andrew auf die Mauern von Windsor Castle projiziert.
Andrew Mountbatten-Windsor war am 19. Februar, seinem 66. Geburtstag, von der Thames Valley Police verhaftet worden. Laut den im Januar 2026 veröffentlichten Epstein-Akten soll er als britischer Sondergesandter für internationalen Handel vertrauliche Regierungsdokumente an Jeffrey Epstein weitergeleitet haben. Er wurde nach der Befragung freigelassen und ist weder angeklagt noch entlastet. Eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft wird in den kommenden Wochen erwartet.