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Louvre-Direktorin Laurence des Cars tritt nach Krisenserie zurück

Der Louvre bei Nacht: Die Südfassade der Grands Guichets. Foto: Jorge Láscar / CC BY 2.0

Laurence des Cars ist als Direktorin des Louvre zurückgetreten – nach monatelanger Krise um Sicherheit und Infrastruktur. Nachfolger wird der bisherige Versailles-Chef Christophe Leribault.

Des Cars reichte am Montag ihren Rücktritt bei Präsident Emmanuel Macron ein, der diesen umgehend annahm. Bereits am folgenden Tag ernannte der Ministerrat den 62-jährigen Kunsthistoriker Christophe Leribault, bisher Präsident des Château de Versailles, zum neuen Präsidenten-Direktor des größten Museums der Welt, der nach Angaben des Kulturministeriums vor allem Sicherheit und Vertrauen in der Institution wiederherstellen soll.

Dem Rücktritt war eine Kaskade von Krisen vorausgegangen, die den Louvre seit Herbst 2025 erschütterten. Beim Raub der Kronjuwelen am 19. Oktober waren Schmuckstücke im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen worden, von denen sieben bis heute verschwunden sind. Ein Rechnungshof-Bericht legte im November offen, dass das Museum nur drei Prozent seines Budgets für Sicherheit aufwendet. Hinzu kamen Wasserschäden an Hunderten von Werken, ein Ticketbetrug-Skandal mit neun Festnahmen sowie die längsten Streiks in der Museumsgeschichte.

In einer Erklärung an die Belegschaft schrieb des Cars, der Einbruch habe „einer Wahrheit beispiellose Resonanz verliehen“, die sie seit Amtsantritt wiederhole: Der Louvre sei fragil. Die Bedingungen, um das Haus voranzubringen, seien nicht mehr gegeben. Der Élysée-Palast sprach von einem „Akt der Verantwortung“.

Des Cars hatte als erste Frau in der 228-jährigen Geschichte des Louvre die Leitung übernommen und das Haus 2023 mit 8,9 Millionen Besuchern zu einem Rekord geführt. Ihr Nachfolger Leribault, der zuvor das Musée d’Orsay leitete und selbst sechs Jahre als stellvertretender Direktor im Louvre arbeitete, kennt das Haus aus eigener Erfahrung – und erbt mit dem verschobenen Milliardenprojekt „Nouvelle Renaissance“ eine der größten Aufgaben der französischen Kulturpolitik.

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