Nach dem Cyberangriff auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat das LKA Sachsen eine Sonderkommission gegründet. Ausländische Behörden sollen vor einem geplanten Einbruch in den Zwinger gewarnt haben.
Rund einen Monat nach dem Hackerangriff vom 21. Januar, der die IT-Infrastruktur des Museumsverbunds lahmgelegt hatte, bestätigten das LKA Sachsen und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden in einer gemeinsamen Mitteilung die Einrichtung einer Sonderkommission. Die Ermittlungen seien „hochgradig vertraulich“, erklärte Oberstaatsanwalt Raymond Becker.
Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen ausländische Sicherheitsbehörden die sächsischen Ermittler vor einem geplanten Einbruch in die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger gewarnt haben. Ziel seien demnach eine chinesische Drachenvase sowie eine Ru-Schale aus der Song-Dynastie gewesen, die erst 2021 als solche identifiziert worden war. Eine vergleichbare Ru-Schale erzielte 2017 bei Sotheby’s 37,7 Millionen Dollar. Beide Objekte wurden vorsorglich aus der Ausstellung entfernt. Die Spur soll nach Asien führen, wobei die Ermittler einen Zusammenhang zwischen dem Cyberangriff und den Einbruchsplänen prüfen.
Verschärfte Sicherheit am Zwinger
Die Sicherheitspräsenz am Zwinger wurde sichtbar erhöht, wie ein Reporter von t-online vor Ort dokumentierte. Die Porzellansammlung war vom 26. Januar bis zum 16. Februar geschlossen geblieben. Die Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag kritisierte, dass Sachsen bei Cyberangriffen bislang weder deren Dauer erfasse noch versuche, die Urheber zu identifizieren. Museen unterliegen in Deutschland keinen gesetzlichen IT-Sicherheitsmindeststandards.
Festnahmen gab es bislang nicht. Die IT-Systeme der SKD sind über einen Monat nach dem Angriff noch nicht vollständig wiederhergestellt.
