Seit dem 15. Dezember 2025 ist der Louvre wegen eines unbefristeten Streiks geschlossen. Rund 400 Mitarbeiter stimmten einstimmig für den Arbeitskampf gegen Personalmangel und baulichen Verfall.
Die drei Gewerkschaften CGT, CFDT und SUD Culture hatten zu dem verlängerbaren Streik aufgerufen, nachdem Verhandlungen mit der Museumsleitung über verbesserte Arbeitsbedingungen gescheitert waren. Die Beschäftigten fordern die Schaffung von 200 unbefristeten Stellen für Empfang und Sicherheit sowie sofortige Renovierungsarbeiten an dem maroden Palastgebäude, das ursprünglich für vier Millionen Besucher pro Jahr konzipiert wurde, inzwischen aber jährlich fast neun Millionen Menschen empfängt.
Der Streik fällt in eine Zeit, in der das Museum mit einer beispiellosen Krisenserie kämpft: Erst am 19. Oktober waren beim spektakulären Juwelenraub acht Stücke der französischen Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen worden, wobei gravierende Sicherheitsmängel offenbar wurden. Ende November beschädigte ein Wasserleck mehrere hundert Bücher in der ägyptologischen Bibliothek, da das Heizungssystem nach Angaben der Gewerkschaften völlig veraltet sei.
„Wir arbeiten in einem heruntergekommenen Museum, das seine Sicherheitsschwächen gezeigt hat“, erklärte Christian Galani von der CGT. Kulturministerin Rachida Dati reagierte auf die Krise mit der Ernennung von Philippe Jost, dem Leiter des Notre-Dame-Wiederaufbaus, der bis Ende Februar 2026 Empfehlungen für eine tiefgreifende Reorganisation vorlegen soll. Am Mittwoch entscheiden die Streikenden über dessen Fortsetzung.

