
Auf und davon
Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Aus Neugier, aus Liebe, aus Not, aus Angst, wegen Krieg, Hunger, Gewalt und Klima, oder der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Sonderausstellung „Auf und davon! Menschen seit Jahrtausenden unterwegs“ im Antikenmuseum Basel stellt eine Frage, die heute politisch aufgeladen ist, aber viel älter als jede Gegenwartsdebatte: Menschen waren immer unterwegs.
Vom 18. Oktober 2026 bis 18. April 2027 schlägt das Museum eine Brücke zwischen Antike und Gegenwart. Es geht um Migration, Mobilität, kulturellen Austausch und um die Folgen, die Bewegung für Gesellschaften hat. Wer kommt, bringt Erfahrungen, Wissen, Bräuche, Sprachen und Konflikte mit; wer aufnimmt, verändert sich ebenfalls. Das war in antiken Gesellschaften nicht anders als heute. Gerade der Blick zurück kann die Schärfe aus einem Thema nehmen, das in Europa längst zum politischen Reizwort geworden ist. Die Ausstellung zeigt Mobilität nicht als Ausnahmezustand, sondern als Grundbedingung menschlicher Geschichte. Heimat erscheint dabei nicht als fester Besitz, sondern als etwas, das Menschen verlieren, suchen, mitnehmen oder neu erfinden. Schade ist, dass die Ankündigungen der Ausstellung bislang nur wenig über die konkreten Exponate verraten. Doch der Ansatz ist stark: Wer über Flucht und Wanderung nur im Ton der Krise spricht, übersieht, dass Bewegung auch Verbindung schafft. Basel lädt dazu ein, die Gegenwart einmal durch die lange Linse der Antike zu betrachten.
Auf und davon! Menschen seit Jahrtausenden unterwegs
18.10.2026 – 18.4.2027
Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
St. Alban-Graben 5
CH-4010 Basel
Tel.: +41-61-2670112
Di + Mi 11 – 17 Uhr, Do + Fr 11 – 22 Uhr, Sa + So 10 – 16 Uhr
Eintritt: 12 CHF, erm. 5 CHF
www.antikenmuseumbasel.ch