
Kurswechsel in Emden
Zu einem Rückblick gleich im doppelten Sinne lädt die Kunsthalle Emden mit dieser spannenden Ausstellung: in die eigenen Gründungsjahre in den 1980ern und in die damals zeitgleich zu beobachtende Umschichtung der Kunstwelt im Lande. Diese war gekennzeichnet durch eine lautstark in allen Medien und unzähligen Ausstellungen proklamierte Wiedergeburt der Malerei – und die plötzliche Aufmerksamkeit für Künstlerinnen, die Teil dieses Innovationsschubes waren. Inmitten der Neuen Wilden, wirksam reklameträchtiges Label einer neoexpressiven Kunst, feierte ein begeistertes Publikum beispielsweise die Malerin Elvira Bach mit ihrer kecken Aneignung weiblicher Klischees. Aber auch da, wo es etwas leiser zuging, bei der Bildhauerei etwa, betraten mehr als zuvor Künstlerinnen wie Rosemarie Trockel mit ihren bizarr-poetischen Maschinen die Bühne. Stichwort Bühne: unbedingt lautstark dagegen natürlich die Performance- und Aktionskunst, für die vielleicht, aus der damaligen DDR, Gabriele Stötzer zu nennen wäre. Ähnliche Tendenzen waren gleichfalls zu beobachten in der Schweiz und in Österreich.
Mit den „Rebellinnen“ würdigt die Emder Kunsthalle diese Pionierinnen und Vorreiterinnen, die hiermit, wohl zum ersten Male seit damals, wieder explizit als Gruppe ausgestellt werden. Bemerkenswert insofern, als in den erwähnten Aufbruchsjahren die Künstlerinnen sehr gern die Gruppe, die Seilschaft, oder heutiger formuliert, das Netzwerk als probates Karriereschubmittel einsetzten.
Rebellinnen
3.10.2026 – 28.2.2027
Kunsthalle Emden
Hinter dem Rahmen 13
D-26721 Emden
Tel.: +49-4921-975050
Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 12,50 €, erm. 9 €
www.kunsthalle-emden.de