Frauen machen Kunst

Leiko Ikemura, Ohne Titel, 1980

In der Kunst ist bis heute die Frau das beliebteste Modell. Doch über Jahrhunderte hinweg musste sie sich auf diese Rolle in der Kunst beschränken. Selbst zu Stift oder Pinsel zu greifen war keineswegs verpönt. Im Gegenteil, es war eine hübsche Freizeitbeschäftigung für die jungen Damen. Aber mit dem Wunsch, selbst Künstlerinnen zu werden, stießen sie auf eine männliche Domäne. Bedenkt man, wie lange es dauerte, ehe eine Frau eine Kunstakademie und nicht nur einen Zeichenkurs für Damen besuchen durfte, ist es gesellschaftlich gesehen beschämend. Frauen, die trotzdem gegen alle Widerstände den Weg in die Kunst fanden, gab es durchaus. Nur die wenigsten konnten sich jedoch behaupten und von dem Erlös ihrer Werke leben, was heute einfacher ist.

Das Aargauer Kunstmuseum setzt sich in seiner Ausstellung ganz bewusst mit dem Thema Frau im Kunstbetrieb auseinander. Die ausgewählten Positionen beginnen mit dem Ende des 19. Jahrhunderts, und zwar mit der avantgardistischen Malerin Alice Bailly (1872–1938). Die in Genf geborene Künstlerin fand ihren eigenen Stil und in Arthur Hahnloser und Hedy Hahnloser-Bühler ein leidenschaftliches Sammlerpaar, das sie unterstützte und förderte. Die Bildhauerin und Malerin Alis Guggenheim (1896–1958) war wie Bailly eine Vorreiterin darin, sich auf dem Schweizer Kunstmarkt zu behaupten.
In der Sammlung des Hauses nehmen die feministischen Arbeiten aus den 1970er- bis 1990er-Jahren einen breiten Raum ein, die in der Schau dementsprechend präsentiert und gewürdigt werden.

Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau…
Eine Geschichte der Künst­lerinnen
27.8.2022 – 15.1.2023
Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
CH-5001 Aarau
Tel.: +41-62-8352330
Di – So 10 – 17 Uhr, Do 10 – 20 Uhr
Eintritt: 17 CHF, erm. 12 CHF
www.aargauerkunsthaus.ch

Text: Nadja Naumann
Bild: Aargauer Kunsthaus
Erstveröffentlichung in kunst:art 87