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Smithsonian gibt drei gestohlene Bronzeskulpturen an Indien zurück

Das Smithsonian National Museum of Asian Art gibt drei aus Tempeln gestohlene Bronzeskulpturen an Indien zurück. Eine davon verbleibt als umstrittene Langzeitleihgabe in Washington.

Die Rückgabe, die das Museum Ende Januar bekanntgab, ist das Ergebnis einer mehrjährigen hauseigenen Provenienzprüfung. Bei den Skulpturen handelt es sich um einen Shiva Nataraja aus der Chola-Dynastie (um 990), eine Somaskanda-Gruppe aus dem 12. Jahrhundert und eine Darstellung des Dichter-Heiligen Sundarar aus dem 16. Jahrhundert, die allesamt aus hinduistischen Tempeln im südindischen Tamil Nadu stammen.

Den entscheidenden Nachweis lieferten Fotoarchive des Institut français de Pondichéry, in denen alle drei Bronzen zwischen 1956 und 1959 an ihren ursprünglichen Tempelstandorten dokumentiert sind. Beim Shiva Nataraja, den das Museum 2002 von der New Yorker Doris Wiener Gallery erworben hatte, stellten die Forscher zudem gefälschte Herkunftsdokumente fest. Die Händlerin, deren Tochter Nancy Wiener sich 2021 des Handels mit gestohlenen Antiquitäten schuldig bekannte, hatte die Provenienz offenbar bewusst verschleiert.

Indien erhält das Eigentum an allen drei Werken, doch der Shiva Nataraja bleibt als Langzeitleihgabe im Museum ausgestellt. Vijay Kumar vom India Pride Project kritisierte dieses Arrangement: Die Bronzen seien nach hinduischem Recht Eigentum der Tempel, nicht der indischen Regierung, die sie folglich nicht verleihen könne. Das Smithsonian wendet damit zum zweiten Mal sein 2022 eingeführtes Modell der „Shared Stewardship“ an, bei dem Eigentumsübertragung und fortgesetzte Ausstellung kombiniert werden.

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