
Drangsaliert, enteignet, ermordet
Barbara Loftus ist eine britische Malerin und Filmemacherin, deren Eltern und Großeltern einst in Berlin in der Lutherstraße – einem ehemaligen jüdischen Stadtviertel – gewohnt hatten. Erst im fortgeschrittenen Alter hat ihre Mutter Hildegard ihr die Familiengeschichte erzählt: Die Großeltern gerieten während der Weltwirtschaftskrise in große finanzielle Schwierigkeiten, ab 1933 wurde dann die ganze Familie Opfer der Willkür der Nazis. Die Großeltern und der Bruder wurden 1942 nach Auschwitz deportiert und schließlich dort ermordet.
Die Tochter kannte alle diese Details nicht. Erst nach und nach konnte sie die ganze Tragweite dessen, was die Mutter erzählt hatte, erfassen – vor allem, als sie ihr Studium an der Harrow School of Art und dem Brighton College of Art, das heute zur University of Brighton in Südengland gehört, absolvierte. Hier begann Barbara Loftus 1994 – aufgrund der Erzählung ihrer Mutter – zunächst über ihre Kindheit und das Leben in Berlin-Schöneberg in der damaligen großbürgerlichen Wohnung zu recherchieren und es zunächst in ihrer malerischen, später dann filmischen Praxis umzusetzen. Eindringliche Bilder von häuslichen Durchsuchungen der Nazis und der immer stärkeren Ausgrenzung der jüdischen Familie bis hin zur vollkommenen Enteignung kennzeichnen dieses Werk. Eine sehr sensible und eindringliche Auseinandersetzung mit einem Familienschicksal.
Barbara Loftus. Eine Enterbung
27.3. – 25.5.2026
Haus am Lützowplatz
Lützowplatz 9
D-10785 Berlin
Tel.: +49-30-2613805
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt frei
www.hal-berlin.de