Alfred Ehrhardt Filme in Berlin: Ausstellung der Stiftung 2026

18.4.2026 – 5.7.2026 | Alfred Ehrhardt Stiftung

Alfred Ehrhardt, Alfred Ehrhardt bei Dreharbeiten in Schweden, 1950

Premiere als Filmemacher

Recht bekannt ist das fotografische Œuvre des einstigen Bauhaus-Schülers Alfred Ehrhardt (1901–1984), weniger populär hingegen seine Arbeit als Kultur- und Dokumentarfilmer. Diese Lücke schließt nun die Alfred Ehrhardt Stiftung, welche zum ersten Mal rund zwanzig der mehr als sechzig Filme aus seinem Repertoire vorstellt. Zehn Filme werden in den ersten fünf Wochen, zehn weitere in der zweiten Hälfte der Ausstellungslaufzeit präsentiert. Unmittelbar eröffnet sich ein neuer Diskurs über die ästhetische wie historische Lesart von Ehrhardts filmischen Werken.

Große Parallelen zu seinem fotografischen Kanon weisen etwa die Naturfilme auf, die sogenannten Gehäusefilme über Schnecken, Muscheln und Korallen, seine Studien etwa zu Strukturen im Watt bei Neuwerk, vulkanischen Landschaften auf Island oder Eisskulpturen vor Grönland. Auch filmische Porträts von Kunst und Künstlern, darunter Arbeiten zu Ernst Barlach, zur documenta II oder zu afrikanischen Masken, gehören – medienübergreifend – zur zentralen Motivik des Künstlers. Seiner zweifelhaften Rolle als Propagandafilmer während des NS-Regimes widmet man sich ebenfalls: Ehrhardts kürzlich wiederentdeckter Erstlingsfilm „Urkräfte am Werk“ (D 1937/39) sowie „Flanderns germanisches Gesicht“ (D 1941) sind Teil der Ausstellung. Zu guter Letzt wird seine Ausbildung am Bauhaus verhandelt, die sich spätestens ab den 1950er-Jahren in Ehrhardts Filmen niederschlägt: Extreme Makroaufnahmen, Zeitraffer und Zeitlupe werden zu festen stilistischen Mitteln seiner Filme.

Filme wie noch nie. Alfred Ehrhardt
18.4. – 5.7.2026
Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststr. 75
D-10117 Berlin
Tel.: +49-30-20095333
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt frei
www.aestiftung.de