
Unbekannter Impressionist
Man sollte es kaum glauben, so ausgiebig erforscht und vom Publikum geliebt die Kunstströmung des Impressionismus auch ist, so gibt es dort noch immer Neuentdeckungen. Oder, besser gesagt, Wiederentdeckungen. Zu besichtigen derzeit zwischen Hannoverschem Rathaus und Maschsee, im Niedersächsischen Landesmuseum. Dabei war Philipp Klein zu Lebzeiten kein Unbekannter, im Gegenteil. Geboren 1871 in Mannheim, war Klein als Autodidakt ein Impressionist der zweiten Generation, der, anders als die zeitgleichen Künstler in Frankreich, die rigorose Formzertrümmerung (und ihren Wiederaufbau mit innerkünstlerischen Mitteln) nicht schätzte, sondern am Konzept der malerischen Momentaufnahme weiterarbeitete. Licht und Farbe, das rasche Wechselspiel von Helligkeit und Bewegung, reiche atmosphärische Werte, dafür wurde der Künstler um die Jahrhundertwende sehr geschätzt. Ein nahsichtig gesehener Schwimmer, der prustend wieder an die Oberfläche kommt, belegt den originellen Blick des Künstlers.
Passend „Aufgetaucht“ betitelt, versammelt die Schau rund einhundert Werke, die überwiegend aus privatem Besitz stammen, womit sich gleich die heutige Unbekanntheit Kleins erklärt. Welchen künstlerischen Weg er noch eingeschlagen hätte, lässt sich kaum sagen, der Künstler verstarb schon 1907, gerade einmal 37 Jahre alt. Lovis Corinth, Max Liebermann und Paula Modersohn-Becker sind als zeitgenössische Referenzen ebenfalls dabei.
Aufgetaucht. Philipp Klein im Kreis der Impressionisten
24.4. – 25.10.2026
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 5
D-30169 Hannover
Tel.: +49-511-9807686
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 8 €
www.landesmuseum-hannover.de