Hermann Hesse Ausstellung in der Kunsthalle Messmer Riegel

bis 11.10.2026 | Kunsthalle Messmer

Hermann Hesse, Haus in Montagnola, 1933

Malstühlchens Trost

Der Griff zum Pinsel war für Hesse wie der Griff nach einem Rettungsring. In seinem 40. Lebensjahr ist der Schriftsteller von einer Sinnkrise erfasst worden, die auch durch den Ersten Weltkrieg und die Kritik an seiner pazifistischen Haltung ausgelöst wurde. Die psychische Erkrankung seiner Frau und die Trennung von den Kindern verstärken diese Krise. 1916 unterzieht sich der Schriftsteller schließlich einer Psychoanalyse bei einem Schüler von C. G. Jung, der ihm die bildnerische Darstellung als Therapieversuch anbietet.

Zunächst entstehen viele Selbstporträts, wenig später verbindet er bereits im Buch "Wanderungen" Naturerlebnisse in Tessin mit der inneren Selbstreflexion. Hier fließen persönliche Eindrücke und Landschaftsbetrachtungen ineinander. Bald schon orientiert sich der Künstler auch an der Malerei von Pechstein oder Macke, vor allem aber an Louis Moilliet. 1922 werden seine Aquarelle schließlich mit Bildern von Emil Nolde gezeigt. Die Schau lässt die Besucher dabei gerade das künstlerische Selbstverständnis von Hermann Hesse wiederentdecken, auch wenn der das Malen manchmal nur als Mittel begriff, "wenn nur am Ende das Mögliche an Intensität und Vervollkommnung erreicht wird. Als Dichter wäre ich ohne das Malen nicht so weit gekommen", schrieb er 1924 an Georg Reinhart. Mehr als 130 seiner bildnerischen Werke – von Aquarellen über Tuschezeichnungen über illustrierte Gedichte und Briefe bis hin zu Typoskripten und kostbaren Erstausgaben – sind in der Ausstellung zu sehen.

Hermann Hesse. Bereit zum Aufbruch
bis zum 11.10.2026
Kunsthalle Messmer
Grossherzog-Leopold-Platz 1
D-79359 Riegel am Kaiserstuhl
Tel.: +49-7642-9201620
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 15 €, erm. 13,50 €
www.kunsthallemessmer.de