
Frauen im Bauhaus
Einer der Fortschritte, auf die das historische Erbe des Bauhaus zu recht stolz sein darf, ist die Gleichstellung der Geschlechter. Zugleich einer der Mythen, die sich von heute aus betrachtet gut lesen lassen, zu ihrer Zeit durchaus progressiv waren, aber es von unserer Gegenwart aus gesehen nicht sind. Frauen waren überwiegend in den Klassen mit jenen als weiblich gelesenen Techniken wie etwa Weben zu finden. Dabei stellten sie zu Gründungszeiten des Bauhaus sogar die Mehrheit. Eine damals noch recht neue Disziplin wie die Fotografie war von so langer Tradition, wie sie die Weberei mit sich trug, weniger belastet. Zudem wurde Frauen von ihren männlichen Kollegen am Bauhaus „zugestanden“, sich mit dieser in der Fläche arbeitenden Technik zurechtfinden zu können.
Die Wirklichkeit und entsprechend die historische Rückschau zeigen dagegen, dass Frau-en hier ohne eine Sonderrolle zu benötigen an der Avantgarde mitwirkten. So lohnt und erfreut die genaue Betrachtung des „Neuen Sehens“, das am Bauhaus von Frauen durch die Objektive ihrer Kameras in Fotografie gebannt wurde. Diese Künstlerinnen stehen bis heute im Schatten. Oder was fällt Ihnen beim Bauhaus als Erstes zu Moholy ein? Nagy wäre in dieser Ausstellung nicht zu finden, aber Lucia Moholy ist mit ihren Arbeiten vertreten, ebenso wie Ise Gropius, Hilde Hubbuch, die heute vor allem auch als Metallbildnerin bekannte Marianne Brandt und viele mehr. Ihre Arbeit wird in der Ausstellung mit der Fotografie unserer Zeitgenossinnen Kalinka Gieseler, Caroline Kynast und Sinta Werner in Bezug gesetzt.
Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen
17.4. – 4.10.2026
Museum für Fotografie
Jebensstr. 2
D-10623 Berlin
Tel.: +49-30-266424242
Di Mi Fr – So 11 – 19 Uhr, Do 11 – 20 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 6 €
www.smb.museum