
Zwischen Form und Auflösung
Die Ausstellung „(K)ein Begriff. Skulpturales“ im Museum Liaunig knüpft an aktuelle Debatten um die Erweiterung des Skulpturbegriffs an. Statt Skulptur als klar umrissene Gattung zu zeigen, entfaltet die Schau ein offenes Feld zwischen Objekt, Raum und Handlung. Materialität spielt dabei eine Rolle. Rohheit, Bearbeitung und Transformation werden sichtbar und thematisieren die Bedingungen des Skulpturalen selbst. Zentrale Positionen der Sammlung machen dies konkret erfahrbar. Arbeiten von Franz West unterlaufen mit ihren provisorisch anmutenden Formen jede klassische Vorstellung von Geschlossenheit. West verschiebt Skulptur in den Bereich des Performativen und Alltäglichen.
Demgegenüber stehen die präzise gesetzten Strukturen von Heimo Zobernig, dessen reduzierte Objekte die Bedingungen von Ausstellung und Wahrnehmung reflektieren – eine Haltung, die als analytische Fortführung der Minimal Art gelesen werden kann. Auch die Arbeiten von Bruno Gironcoli, die zwischen organischer Form und technischer Anmutung oszillieren, erweitern das Spektrum. Sie stehen exemplarisch für eine hybride Skulptur, die Körper, Maschine und Symbolik miteinander verschränkt. Der Verzicht auf eine lineare Dramaturgie entspricht dabei einem Ansatz, der in vielen zeitgenössischen Sammlungspräsentationen hervorgehoben wird: Bedeutung entsteht im Nebeneinander, im Vergleich, in der Differenz. So wird die Ausstellung zu einer Reflexion über Skulptur – nicht als feste Kategorie, sondern als bewegliches System.
(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig
26.4. – 31.10.2026
Museum Liaunig
Neuhaus 41
A-9155 Neuhaus
Tel.: +43-4356-21115
Mi – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 17 €, erm. 8 €
www.museumliaunig.at