Als erstes Land weltweit führt Irland ein staatliches Grundeinkommen für Kunstschaffende als permanentes Programm ein. Bewerbungen für die 2.000 Plätze sind ab Mai möglich.
Das irische Kabinett hat am 10. Februar die Verstetigung des „Basic Income for the Arts“ beschlossen, das seit 2022 als Pilotprojekt lief. Erneut erhalten 2.000 Künstlerinnen und Künstler 325 Euro pro Woche, ausgezahlt in dreijährigen Zyklen. Das Budget für 2026 beträgt 18,27 Millionen Euro; die Bewerbungsphase öffnet im Mai, erste Zahlungen sollen ab September fließen.
Grundlage der Entscheidung ist eine Kosten-Nutzen-Analyse, die dem Pilotprojekt eine Rendite von 1,39 Euro pro investiertem Euro bescheinigt. Die über 100 Millionen Euro an gesellschaftlichem Nutzen resultierten vor allem aus verbesserter psychischer Gesundheit, gestiegener künstlerischer Produktivität und sinkender Abhängigkeit von Sozialleistungen. Teilnehmende investierten im Schnitt elf zusätzliche Wochenstunden in ihre kreative Arbeit.
Kritik kommt dennoch aus der Kunstszene selbst: Zwischen dem Ende des Pilotprojekts im Februar und den neuen Zahlungen im September klafft eine siebenmonatige Lücke ohne Unterstützung. Zudem profitieren nur 2.000 von über 8.000 berechtigten Kunstschaffenden. Kulturminister Patrick O’Donovan sprach gleichwohl von einer „permanenten Grundeinkommensstruktur, die Irland von anderen Ländern abheben wird“.

