Wie sieht unser Alltag aus, wenn er in Schwarzweiß erzählt wird? Die Ausstellung „Pool and Prime“
der Berliner Künstlerin Gabriela Jolowicz zeigt eindrucksvoll, wie der traditionelle Holzschnitt zu
einem überraschend zeitgenössischen Medium wird.
Ob Gespräche im Café, der Blick aufs Smartphone, private Wohnräume, Swimmingpools oder urbane
Architektur – Jolowicz hält flüchtige Momente des modernen Lebens in ihren großformatigen
Holzschnitten fest. Durch die Beschränkung auf Schwarz und Weiß erinnern ihre Werke an Comics
oder Graphic Novels. Gleichzeitig offenbaren sie eine außergewöhnliche Fülle an Details: Jede Partie
ist präzise ausgearbeitet, Figuren und Räume sind komplex miteinander verwoben. Das Auge der
Betrachtenden bewegt sich durch dichte Bildwelten, in denen es immer wieder Neues zu entdecken
gibt.
Die Ausstellung im Museum für Druckkunst präsentiert rund 25 Werke der Künstlerin, die zwischen
2009 und heute entstanden sind, darunter auch unveröffentlichte Arbeiten. Ein besonderes Highlight
ist die eigens für das Museum für Druckkunst entstandene Erweiterung ihres großformatigen
Holzschnitt Panoramas um einen Leipzig-Bezug. In dieser Serie tauchen historische Persönlichkeiten
an überraschenden Orten auf.
Gabriela Jolowicz zählt zu den bedeutendsten Künstler*innen des zeitgenössischen Holzschnitts in
Deutschland. Nach einem Kommunikationsdesign-Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in
Hildesheim wechselte sie 2002 an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Ihre
Arbeiten werden international ausgestellt und 2012 erhielt sie den ersten Preis des Wettbewerbs
„Holzschnitt Heute“ der Stiftung für Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse Ludwigsburg.
Jolowicz lebt in Berlin und hat an der Hochschule für Künste Bremen, der Universität der Künste
Berlin sowie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig gelehrt. 2026 widmete ihr die Stiftung
Niedersachsen den 80. Band der renommierten Buchreihe „Kunst der Gegenwart”. Begleitend dazu
fand eine Ausstellung ihrer Holzschnitte im Sprengel Museum Hannover statt. Das Museum für Druckkunst konnte sich ein begrenztes Kontingent der bereits vergriffenen Publikation sichern. Der
reich bebilderte Katalog mit Beiträgen von Gabriela Jolowicz, Gunda Luyken und Sandra Rendgen ist
während der Laufzeit der Ausstellung im Museumsshop erhältlich.
Mit „Gabriela Jolowicz. Pool and Prime“ lädt das Museum für Druckkunst dazu ein, den Holzschnitt
als lebendiges und erzählerisches Medium der Gegenwart neu zu entdecken. Die Ausstellung zeigt,
wie die Künstlerin die traditionsreiche Technik nutzt, um Alltagsszenen in vielschichtige
Bildgeschichten voller Witz und Tiefe zu verwandeln.
Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig
0341 / 23 16 20
info@druckkunst-museum.de
Mi–Fr 10–17 Uhr, Sa, So 11–17 Uhr,
www.druckkunst-museum.de
Pressemitteilung des Museums für Druckkunst vom 10.08.2026.