
Visionär der Farbe
Tiefes Rot, leuchtendes Pink, strahlendes Orange: Der Farbmagie in den Werken Rupprecht Geigers kann man sich nicht entziehen. Sie dynamisiert den Ausstellungsraum und überträgt ihre Energie auf die Betrachtenden. Jetzt sind zahlreiche Arbeiten dieses wohl berühmtesten Vertreters der Farbfeldmalerei in Deutschland in der Ausstellung „Rupprecht Geiger: Farbe-Licht-Energie“ im Emil Schumacher Museum in Hagen zu sehen. Doch nicht nur die ikonischen, oft in Neontönen verfassten Leinwände in Kreis- und Rechteckformen sind dort zu erleben, sondern auch einige Frühwerke aus den 1940er- und 50er-Jahren.
Erstaunlicherweise entdeckte Geiger (1908–2009) die Kraft der Farben erst im Zweiten Weltkrieg für sich, als er zunächst in Russland und später in Griechenland stationiert war. In Tagebuchblättern hielt er Landschaften fest, die er in versöhnliches Licht tauchte. Die für ihn faszinierenden Farben des Himmels machten die Sicht auf den Krieg erträglicher. Nach 1945 löste sich der Maler zunehmend vom Gegenstand und setzte ab den 1950er-Jahren nur noch wenige geometrische Formen ein. Er experimentierte mit den Kontrasten zwischen zwei unterschiedlichen Farbfeldern, um dann schließlich zu seinen monochromen Ansätzen mit durchschlagender Lichtwirkung zu gelangen. Natürlich darf in der Ausstellung auch der Dialog mit Arbeiten Emil Schumachers nicht fehlen. Die beiden Maler schätzten sich sehr und tauschten Werke aus.
Rupprecht Geiger. Farbe – Licht – Energie
8.2. – 9.8.2026
Emil Schumacher Museum Hagen
Hochstr. 73
D-58095 Hagen
Tel.: +49-2331-2073138
Di – So 12 – 18 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 4,50 €
www.esmh.de