
Kunst um ihrer selbst willen
Kunst außerhalb des etablierten Kunstbetriebes, von Autodidakten, Außenseitern, psychisch kranken Menschen oder mit Behinderung – so wird der Begriff „Art Brut“ definiert, dessen Wortschöpfer der französische Künstler Jean Dubuffet war, der die Kunstwerke wegen ihrer emotionalen Intensität, naiven Darstellung und ungefilterter Kreativität der Kunstproduktion in der damaligen psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalt in Gugging schätzte.
Das heutige Kulturzentrum nahe Wien, das sich auf den ehemaligen Klinikarealen befindet, feiert heute sein 20-jähriges Bestehen mit dem Museum Gugging als Ausstellungsinstitution. Das thematische Hauptmerkmal der Ausstellung sind die Gugginger Künstler und ihre Kunstwerke aus der Zeit ihres Klinikaufenthaltes. Darin wird das Œuvre von August Walla herausgehoben, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, und das von Johann Hauser, der mit seinem 100. Geburtstag ebenfalls gerundet hätte. Als weiteres freudiges Ereignis wird das 40-jährige Bestehen des „Hauses der Künstler“ gewürdigt, das talentierten Menschen ein vollbetreutes Wohnen ermöglicht und sie in ihrem künstlerischen Schaffen unterstützt.
Das Museum Gugging zeigt eine beeindruckende Sammlung, welche die Vielfalt der Art Brut widerspiegelt und Besucher und Besucherinnen in eine Welt jenseits herkömmlicher institutionalisierter Kunst eintauchen lässt. Gugging ist ein Beweis dafür, dass kreative Freiheit und unkonventionelle Ausdrucksformen nicht nur Kunst, sondern auch Heilung und Selbstfindung bedeuten können. Durch die historische DNA des Hauses erhält die inklusive Museumsarbeit, vor allem in dem Jubiläumsjahr, im Ausstellungsprogramm eine ganz zentrale Rolle.
museum gugging.! 20 jahre kUNSt
bis zum 17.1.2027
Museum Gugging
Am Campus 2
A-3400 Maria Gugging
Tel.: +43-2243-87087
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 9 €, erm. 8 €
www.museumgugging.at