Kunstmuseum Stuttgart

Geschichte der Sammlung

Kunstmuseum Stuttgart

Nach 80 Jahren in wechselnden und beengten Räumlichkeiten hat die städtische Kunstsammlung am 5. März 2005 mit der Eröffnung des Museumsneubaus am Kleinen Schlossplatz endlich den ihr gebührenden Platz gefunden. Grundstock dazu legte 1924 Graf Silvio della Valle di Casanova durch die Schenkung seiner privaten Gemäldesammlung. Diese war ab Mai 1925 als »Städtische Gemäldesammlung« in der Villa Berg zu besichtigen. Als die einst für den württembergischen Kronprinzen errichtete Villa 1943 bei Angriffen zerstört wurde, gingen auch zahlreiche Kunstwerke verloren.

Erst 1961 fand die »Galerie der Stadt Stuttgart« in Theodor Fischers wieder aufgebautem Kunstgebäude am Schlossplatz neue Ausstellungsräume. Eugen Keuerleber, der seit 1945 die städtische Kunstsammlung betreut hatte, übernahm die Leitung der Galerie. Er verstand sie – in Abgrenzung zur international ausgerichteten Staatsgalerie – als ein Museum der baden-württembergischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und definierte vier Schwerpunkte: die Schwäbischen Impressionisten, Adolf Hölzel und sein Kreis, Otto Dix, die zeitgenössische Kunst der Region. Die bedeutende Sammlung an Werken von Otto Dix bildet bis heute den Kern der städtischen
Kunstsammlung. Im Zentrum der zahlreichen Fig urenbilder und Landschaften stehen das Triptychon »Großstadt« (1927/28) und das »Bildnis der Tänzerin Anita Berber« (1925). Wichtige Dauerleihgaben der Otto Dix Stiftung, Vaduz – darunter das Porträt »Nelly mit Spielzeug« (1925) – ergänzen den Bestand.

Seit Ende der 1970er Jahre plante die Stadt, der Galerie und ihrem wachsenden Bestand ein eigenes Gebäude zu errichten. 1986 kam Johann-Karl Schmidt als neuer Direktor an das Haus und setzte neue, überregionale Akzente: Im Mittelpunkt der Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit standen nun vor allem zeitgenössische Künstler, die dem deutschen Südwesten durch ihre Herkunft oder Tätigkeit verbunden sind, aber auch weltweit Achtung genießen, wie Joseph Kosuth, Dieter Krieg, Wolfgang Laib, Markus Lüpertz, Dieter Roth und K.R.H. Sonderborg. Darüber hinaus konnten bedeutende Kunstsammlungen als Dauerleihgaben gewonnen werden: 1992 die Sammlung Rudolf und Bertha Frank, 1994 die Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter.

1998 wurde auch das in Stuttgart beheimatete Archiv Baumeister, der Nachlass Willi Baumeisters, für den geplanten Neubau des Museums versprochen. Diese international renommierte Forschungsstelle ist seit der Eröffnung des Museums in eigenen Räumlichkeiten untergebracht. Zuletzt wurde der rund 15.000 Werke umfassende Bestand – unter der ehemaligen Direktorin Marion Ackermann – um die Sammlung Teufel mit Werken der Konkreten Kunst erweitert.

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