Faszination Bewegtes Blech – Sammlerspielzeug des 20. Jahrhunderts

5.2. – 30.4.17 | Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg zeigt vom 5. Februar bis 30. April 2017 die Ausstellung „Faszination Bewegtes Blech – Sammlerspielzeug des 20. Jahrhunderts“ im Oldenburger Schloss. Verkehrsmittel wie Eisenbahnen, Flugzeuge und Schiffe werden ebenso präsentiert wie Jongleure, Tänzer und Straßenmusikanten. Die meisten der rund 250 Objekte können über einen Aufziehmechanismus bewegt werden. Sie stammen aus der Sammlung des Frankfurter Cartoonisten Bernd Pfarr sowie aus musealen und privaten Sammlungen. In der Ausstellung werden Objekte der Hersteller Bing, Schuco, E.-P. Lehmann, Märklin, Gama, Tipp & Co. aus der Zeit von 1910 bis ins Jahr 2000 gezeigt.

Die Geschichte des Blechspielzeugs startete mit der Industrialisierung. Holzspielzeug wurde zunehmend durch Produkte aus dünn gewalztem, von Hand lackiertem oder mit Lithographiedruck versehenem Weißblech abgelöst. Später entstand Blechspielzeug gänzlich als industrielle Massenfertigung. Ein Erfolgsfaktor war, dass die Spielzeugindustrie erstaunlich rasch auf technische Umwälzungen reagierte. Nach der Serienreife von Automobil und Motorrad 1893 dauerte es nur fünf Jahre, bis die Nürnberger Firma Bing mit dem Vertrieb von Spielzeugautos aus Blech begann. Schon bevor 1903 das erste motorbetriebene Flugzeug vom Boden abhob, spielten Kinder mit den verschiedensten Flugapparaten. Die Vielfalt der Blechspielzeugproduktion wird in der Ausstellung sichtbar.

Blech als Material wurde genutzt, da es preiswert und leicht war und sich aufgrund seiner großen Nähe zum Material der originalen Vorbilder eignete. Auch ließ es sich besonders gut mit Aufzugoder Federmotoren kombinieren. Zubehör wie Räder, Lenkräder und Lampen basierten auf Zinnoder Blei-Güssen, später auf Kunststoffen. Teure Modelle wurden mit Dampf, einem Uhrwerk oder mit einem Schwungradmotor betrieben. Das Gros der Blechautos verfügte über keinen eigenen Antrieb. Eisenbahnen bildeten mit Schienen, Bahnhöfen und Staffagefiguren eigene Spielwelten und richteten sich bevorzugt an technikinteressierte Jungen. Blechdampfer waren meist schwimmfähig und verfügten über funktionierende Schiffsschrauben. Der Übergang vom Kinderspielzeug zum anspruchsvollen, detailgetreuen, teuren Modell für erwachsene Sammler war und ist fließend.

Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts entstand ein neuer Blechspielzeug-Trend. Aus Getränke- und Konservendosen wird in Afrika originelles Recycling-Blechspielzeug gestaltet und touristisch vermarktet.

„Kaum ein Spielzeug scheint stärker auf kindliche Bedürfnisse zugeschnitten zu sein und wird habsüchtiger von Sammlern gehortet als Blechspielzeug des 20. Jahrhunderts“, so Dr. Michael Reinbold, Kurator der Ausstellung.

 

Text: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg | Foto: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Externer Link: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

 

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