Fratzenhafte Kreaturen

25.8. – 17.11.2019 | Städtische Galerie

Heinz Zander, Selbst mit Hörrohr, 2017

Solch bizarre Gestalten gib es in Villingen-Schwennigen nicht alle Tage zu sehen. Zudem dürfte Heinz Zander (*1939), der Urheber der „grotesk fratzenhaften Kreaturen, Zwitterwesen aus Tier und Mensch, weiblichen Schönheiten zwischen Anmut und morbider Erotik“, Freunde seiner Kunst aus nah und fern anlocken. Immerhin feiert der Meister der Leipziger Schule seinen 80. Geburtstag, was auch in Villingen-Schwennigen Anlass für eine opulente Ausstellung ist.

Heinz Zander studierte zuerst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (HGB), von 1959 bis 1964 bei Bernhard Heisig, danach war er 1967 bis 1970 an der Akademie der Künste der DDR Meisterschüler bei Fritz Cremer. Aus der zweiten Generation der Leipziger Schule ist er einer der bekanntesten Vertreter, wird aber zugleich auch als zentrale Figur des Leipziger Manierismus angesehen. Heinz Zander malt Bilder voller Opulenz mit einer Vielzahl von Verweisen und ikonographischen Zitaten, Bilder voller Drama, prallen Farben und Körpern.

Die Städtische Galerie Villingen-Schwennigen zeigt im Rahmen einer großen Werkschau 68 Gemälde und 24 Grafiken, wobei diese überwiegend aus der jüngsten Schaffensphase von Heinz Zander stammen. Leihgeber sind insbesondere der Künstler selbst und die Galerie Thoms. Diese Ausstellung soll auch der Auftakt einer Ausstellungsreihe sein, in der sich die Städtische Galerie vermehrt mit der Kunst der ehemaligen DDR beschäftigt. Ein Bereich, der laut der Leiterin Frau Vanessa Charlotte Heitland im süddeutschen Raum etwas zu kurz gekommen ist.

Heinz Zander. Schönheiten und Ungeheuer
25.8. – 17.11.2019
Städtische Galerie
Friedrich-Ebert-Str. 35
D-78054 Villingen-Schwenningen
Tel.: +49-7720-821098
Di – Fr 13 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr, Sa + So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 5 €, erm. 3 €
galerie.villingen-schwenningen.de

Text: Mathias Fritzsche
Bild: Städtische Galerie
Erstveröffentlichung in kunst:art 69

Über Mathias Fritzsche 69 Artikel
Ein Thema jagt das nächste: Der Wochengipfel hält ein oder zwei Themen fest und bringt sie in Erinnerung. Was war vergangene Woche so wichtig, dass man Schnappatmung bekam und ist diese Woche dennoch schon vergessen? Oder über welche Nachricht hat man sich so gefreut, dass man auf den Balkon ging und die Nachricht für die ganze Welt in den Abendhimmel geschrien hat?