Die zufällige Form

13.11.2020 – verlängert bis 19.02.2021 | Neue Galerie Gladbeck

Paul Schwer, Jökulsarlon, 2015

Johanna Flammer und Paul Schwer haben neben der Gemeinsamkeit, dass beide Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie sind, auch den Berührungspunkt der offenen Arbeitsweise. Beide gehen ohne fertige Bildidee, teils prozessoffen ans Werk. Die Neue Galerie Gladbeck vereint beide Künstler in der kommenden Sonderausstellung unter dem treffenden Titel „morphing“. Aus der IT stammend beschreibt der Begriff einen computergenerierten Spezialeffekt bzw. ein Bildumwandlungsverfahren und spielt auf das Kernelement der Ausstellung – die Wandlung – an. Diese unterstreicht das, was beiden Künstlern gemein ist: Sie arbeiten zwar gestaltend, lassen jedoch Raum für Zufälliges.

Flammer arbeitet überwiegend organisch in einer Art collagierter Malerei und fügt Materialien wie Öl und Acryl mit Ausschnitten aus Hochglanzmedien zusammen. Meist arbeitet sie in ihre Collagen weibliches Haar ein und lässt die Einzelkomponenten miteinander verschmelzen und zu einem neuen Ganzen werden. Ihre Arbeiten sind innerhalb der Ausstellung ausschließlich großformatig präsentiert, was besonders eindrücklich die Farbenpracht der Werke hervorhebt.

Im Leseraum wird speziell für die Sonderausstellung eine ortsspezifische Installation Paul Schwers zu sehen sein, dessen Exponate sich erst im Schaffensprozess konkretisieren und bewusst die Freiheit des gewählten Materials thermoplastischen Kunststoffs einkalkuliert. Dieser formt durch Erhitzung und anschließende Erkaltung individuell plastische Objekte von interessanter Farbgebung.

 

Johanna Flammer // Paul Schwer
13.11.2020 – 19.02.2021
Neue Galerie Gladbeck
Bottroper Str. 17
D-45964 Gladbeck
Tel.: +49-2043-3198371
Mi – So 15 – 20 Uhr
Eintritt frei
www.galeriegladbeck.de

Text: Johanna Bayram
Bild: Neue Galerie Gladbeck
Erstveröffentlichung in kunst:art 76