In Wind und Wetter

bis zum 25.9.2022 | Landesmuseum Hannover

Martin Brandenburg, Blühender Bauerngarten, 1909, © Landesmuseum Hannover

Bis in das 19. Jahrhundert hinein war es undenkbar, dass sich ein Künstler in die Natur stellt und dort vor Ort mit Ölfarben malt. Skizzen selbstverständlich, aber ein fertiges Bild, das nicht im Atelier entstanden ist? Das hatte natürlich zur Folge, dass die Farbigkeit, die Darstellung des Lichts und der Farben nur unzureichend dem Original nahekommen. Begünstigt durch den Verkauf von Farben in Tuben, die jederzeit und sofort verwendet werden können, wagten sich immer mehr Maler raus in die Natur, um die echten Farben einzusammeln.

Nun war es nicht so, dass sogleich alle von den Farben und dem Leuchten begeistert gewesen wären. Gerade einige Kunstkritiker machten sich lustig über die Freilichtmaler und nannten beispielsweise Max Liebermann einen „Rinnsteinmaler“ und Max Slevogt „den Schrecklichen“. Das Resultat entsprach nicht der Gewohnheit und der akademischen Lehre. Die Ausstellung im Landesmuseum Hannover geht der Entwicklung hin zum Freilichtmaler nach und versucht den Besuchenden nahezubringen, wann und warum sich Kritik und Kunstfreunde mit der Zeit immer besser mit der Freilichtmalerei arrangieren konnten.

Die Ausstellung zeigt Werke des 19. Jahrhunderts, an denen man das in der Natur live eingefangene Licht besonders gut erkennen kann. Licht, wie es im Atelier auf dem Bild nicht zu erzeugen möglich ist, aber in der Natur aufgetragen werden kann. Es sind also nicht nur besser leuchtende Farben, es ist eine Verhaltensänderung einiger Künstler, die das Leuchten der Gemälde möglich macht.

Im Freien. Von Monet bis Corinth
bis zum 25.9.2022
Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 5
D-30169 Hannover
Tel.: +49-511-9807686
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 8 €
www.landesmuseum-hannover.de

Text: Christian Corvin
Bild: Landesmuseum Hannover
Erstveröffentlichung in kunst:art 86