Die Poesie der Blockchain

bis zum 23.2.2024 | Art@SAP in Gebäude 5

Banz & Bowinkel, Bodypaint V, 2020

Als Softwareentwickler ist es ein Technologieunternehmen wie SAP gewohnt, bei aktuellen Entwicklungen Trends eher zu setzen, statt ihnen zu folgen. Die im Oktober eröffnete Kunstausstellung, die SAP in seiner hauseigenen Akademie in Walldorf zeigt, scheint dagegen etwas spät dran zu sein. „Die Poesie der Blockchain“ umfasst 47 Werke, die auf ebendieser Technologie der Blockchain basieren, während im Kunstmarkt und bei den Sammlern, die als Early Adopter in diesen Bereich eingestiegen sind, die Euphorie schon wieder abgeflaut oder gar von Katerstimmung abgelöst ist. Steckt hier ein sonst so kompetent kunstoffenes Unternehmen in seiner eigenen Bubble fest oder gibt es doch noch etwas zur Kunst auf Basis von NFTs zu sagen?

Ein Blick lohnt sich in jedem Fall, schon deswegen, weil solche non-fungible Tokens in immer mehr Anwendungen außerhalb der Kunst, neben der Finanzwirtschaft zum Beispiel in der Logistik oder im Gesundheitswesen, bereits weit tiefer in den Alltag eingedrungen sind, als viele ahnen. Eine Annäherung über die Kunst kann zum Verständnis dieses neuen Bestandteils unserer Lebenswirklichkeit nur hilfreich sein. Die Ausstellung kann auf der Website des Unternehmens digital angesehen werden. Doch obwohl es sich ausschließlich um digital erstellte Werke handelt – während ein NFT eigentlich nur ein Eigentumszertifikat ist, das auch auf traditionelle Werke angewendet werden könnte – kann dieser digitale, interaktive Katalog den physischen Besuch noch nicht ersetzen. Vielleicht war auch die erste Welle von Kunst auf der Blockchain zu früh dran, während es ihre Poesie noch zu entdecken gilt.

Die Poesie der Blockchain
bis zum 23.2.2024
Art@SAP in Gebäude 5
Dietmar-Hopp-Allee 20
D-69190 Walldorf
Mo – Fr 10 – 18:30 Uhr
Eintritt frei

Text: Christian Hofmann
Bild: Art SAP
Erstveröffentlichung in kunst:art 95

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