
Klang der Demokratie
Eva Schlegel gehört zu jenen Menschen, die genau wissen, was es bedeutet, einer lebensbedrohlichen Situation im letzten Moment zu entkommen: Bei einem Aufenthalt an Weihnachten 2004 in Sri Lanka ist die österreichische Künstlerin mit ihrem Mann, dem Architekten Carl Pruscha, nach einem Tsunami um ihr Leben gelaufen. Damals sind 230.000 Menschen bei diesem Unglück gestorben, 110.000 wurden verletzt, 1,7 Millionen obdachlos – Schlegel hatte unbeschreibliches Glück. In der Lithographie-Serie „All day I hear The Noise Of Waters“ verarbeitete sie später ihre existentielle Angst. Sie absolvierte zwischen 1979 und 1985 ein Studium an der Wiener Universität, später wurde sie selbst Professorin für Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien. International bekannt, wurde sie als Kommissarin für den österreichischen Pavillon bei der 54. Biennale in Venedig (2011) berufen, in Deutschland hat sie in der fotografischen Sammlung der Deutschen Bank ihren Platz gefunden.
Die Zeichnung ist die Basis des Schaffens von Constantin Luser. International bekannt ist er durch Ausstellungen auch in Deutschland, 2012 in Berlin und Wolfsburg, ebenso wie in einer Beteiligung an einer Ausstellung im Pariser Palais de Tokyo. In den letzten Jahren verwendet er auch Musikinstrumente, die er mit filigranem Messingdraht zu großen Gebilden formt: Das Parlament in Wien beherbergt beispielsweise seine an der Wand befestigte Demokratietrompete, ein Fries mit Horn und Waage, damit man nicht vergisst, welche Rolle die Demokratie zu spielen hat. Beide Künstler sind jetzt in einer gemeinsamen Ausstellung in der Galerie 442 Margund Lössl in Gmunden am Traunsee zu sehen.
Constantin Luser – Eva Schlegel
9.8. – 27.9.2025
Galerie422
An der Traunbrücke 9-11
A-4810 Gmunden
Tel.: +43-7612-62668
Mi – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.galerie422.at
Text: Dr. Milan Chlumsky
Bild: Galerie422
Erstveröffentlichung in kunst:art 104





