
Ästhetik der Macht
In Deutschland ist die AfD zur zweitstärksten Partei im Bundestag gewählt worden, in den USA ist Trump erneut Präsident geworden, und auch in Polen und Österreich ist der Rechtsdruck zu spüren. Auch wenn es sich um keine faschistischen Regime handelt, so ist doch die zunehmende Bedrohung des globalen Faschismus spürbar.
Diese Entwicklung untersucht die Ausstellung „Global Fascisms“ im HKW mit einer kritischen Betrachtung der ästhetischen, sozialen und politischen Dynamik des Faschismus. Dabei geht es insbesondere darum, den Faschismus als fortlaufende Bedrohung zu sehen und nicht als abgeschlossenes Phänomen. Die Werke von rund fünfzig internationalen Künstlerinnen und Künstlern behandeln verschiedenste Formen des Faschismus – von ethno-nationalistischen Herrschaftsordnungen mit dem Werk „Beast“ von Jane Alexander, welches sich mit der Dehumanisierung im Apartheid-Kontext beschäftigt, bis hin zum Technofaschismus im Werk „TNIOS“ von Mimi Ọnụọha, das sich mit den Machtverhältnissen der Datenproduktion auseinandersetzt, symbolisiert durch vier Frauen, welche die Kabel des Netzes neu verkabeln.
Die Ausstellung möchte in einer Zeit, in der rechte bis rechtsextreme Bewegungen erstarken, die Mechanismen – wie Social Media als Echokammer und nostalgische Mythen, die diese Ideologie bestärken – untersuchen und Wechselwirkungen aufdecken. Dabei wird die Kunst nicht nur als Spiegel der Realität, sondern als kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen gesehen.
Global Fascisms
13.9. – 7.12.2025
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
D-10557 Berlin
Tel.: +49-30-397870
Mo + Mi – So 12 – 19 Uhr
Eintritt: NN
www.hkw.de
Text: Jonas Gerwens
Bild: Haus der Kulturen der Welt
Erstveröffentlichung in kunst:art 105





