
Alles ist im Fluss …
Yongchul Kims Werk kreist stets um die Themen Identität, Existenz, Wahrnehmung und Veränderung – reflektiert durch Motive wie Wanderer und Figuren in Zwischenzuständen. Zustände, die sich vor allem im Element Wasser ausdrucksvoll bemerkbar machen, wie nun in der Galerie Thomas Fuchs zu sehen ist. Yongchul Kim, 1982 in Südkorea geboren und seit seinem Abschluss an der dortigen Kunstakademie in Stuttgart lebend, zeigt neue Arbeiten zum Thema „Stille Wellen“.
Kims Bilder zeichnen sich durch kräftigen, fast fließenden Pinselduktus aus: Figuren, Motive und Umgebung entstehen im Malprozess sichtbar, nur um wieder zu zerfallen. Diese Dynamik spiegelt seine zentrale Aussage wider: Alles ist im Fluss, es gibt keine statische Wirklichkeit. Kim: „Wasser zum Beispiel verändert sich frei unter dem Einfluss bestimmter Kräfte oder Einwirkungen. Es wandelt sich je nach Umgebung – von sanften Wellen bis hin zu einer gewaltigen Tsunamiwelle.“ So symbolisieren der Junge im Bild „Welle“ (2025) und die ihn umschließende, in seinen Körper verwobene Form des Wassers das Bild des Menschen, wie er durch seine Umgebung und äußere Einflüsse geprägt wird. Die existenzielle Wirklichkeit wie ein kurzer Traum am helllichten Tag wird in dem Bild „Welle, Nickerchen“ (2025) sichtbar gemacht. Der Frauenkörper verschwindet in abstrakter Darstellung und erscheint stellenweise wieder in konkreter Form. Zugleich will Kim damit zeigen, dass diese Wirklichkeit letztlich aus unendlich wiederkehrenden Augenblicken besteht.
Yongchul Kim. Stille Wellen
19.9. – 18.10.2025
Galerie Thomas Fuchs
Augustenstr. 63
D-70178 Stuttgart
Tel.: +49-711-47988661
Mi – Fr 13 – 18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.galeriefuchs.de
Text: Stefan Simon
Bild: Galerie Thomas Fuchs
Erstveröffentlichung in kunst:art 105






