
Eine Entdeckung
Es ist ein Juwel in der Oberlausitz: das Schloss Königshain. 1660 kam das Rittergut in den Besitz der Familie von Schachmann, die von 1764 bis 1766 ein Schloss im Stil des Dresdner Barocks erbauen ließ. 1789 kam es in den Besitz des Neffen Carl von Heynitz. 1945 wurde die Familie enteignet und das Schloss wurde ein Kindergarten. Nach der Wende kaufte die Gemeinde Königshain weitsichtig die Anlage, die zwischen 1997 und 2006 saniert wurde. Heute finden hier kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen statt.
2025 jährt sich der Geburtstag von Carl von Schachmann (1725–1789), dem Erbauer des Schlosses, zum 300. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Schloss Königshain erstmals 43 originale Druckgrafiken aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Von Schachmann war ein passionierter Kunst- und Münzensammler. Er malte auch selber. Bei seinen Untertanen war er sehr beliebt. Zehn Jahre nach der Französischen Revolution hob er die Frondienste seiner Bauern auf. Sein Herz gehörte natürlich den Königshainer Bergen, von denen er selbst sehr versiert Grafiken anfertigte. Die Ausstellung zeigt Kupferstiche und Radierungen, die von bekannten Künstlern aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den Niederlanden stammen. Als der Sammler sie zusammentrug, erregte sie überregionales Interesse. Verständlich, denn sie zeigt die Bandbreite des grafischen Schaffens jener Zeit in Europa. Die Auswahl beim Ankauf des Sammlers zeugt von dessen künstlerischem Anspruch und seiner Wertschätzung der gekauften Grafik.
Schachmann: Kunstsammler und Visionär
07.07.- 19.10.2025
Schloss Königshain
Dorfstr. 29
D-02829 Königshain
Tel.: +49-35826-64686
Di – Do 11 – 15 Uhr, Sa + So 13 – 17 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 3 €
www.museum-oberlausitz.de
Text: Nadja Naumann
Bild: Schloss Königshain
Erstveröffentlichung in kunst:art 105