HUGO BOSS vergibt zum ersten Mal den BOSS AWARD for Outstanding Achievement und würdigt damit die marokkanisch-amerikanische Künstlerin Meriem Bennani. Die mit 100.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung wurde am 4. Dezember in Miami Beach verliehen.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der inauguralen Art Basel Awards Night im New World Center statt, das nach Plänen von Frank Gehry entstand, wobei der neue Preis eine strategische Neuausrichtung der drei Jahrzehnte währenden Kunstförderung des Metzinger Modeunternehmens darstellt. Nach 25 Jahren Partnerschaft mit dem Guggenheim Museum beim Hugo Boss Preis, der zwischen 1996 und 2020 Künstler wie Matthew Barney, Pierre Huyghe und Simone Leigh auszeichnete, geht HUGO BOSS nun eine Allianz mit der Art Basel ein.
Das Preisgeld wird hälftig aufgeteilt: 50.000 Dollar fließen an eine wohltätige Organisation nach Wahl der Künstlerin, weitere 50.000 Dollar finanzieren ein gemeinsames Projekt mit BOSS. CEO Daniel Grieder betonte in seiner Ankündigung, dass Kunst seit über 30 Jahren integraler Bestandteil der Unternehmens-DNA sei, während die Partnerschaft mit Art Basel dieses Engagement auf eine neue Ebene hebe. Die Jury unter Vorsitz von Hans Ulrich Obrist vereint Elena Filipovic vom Kunstmuseum Basel, Jessica Morgan von der Dia Art Foundation sowie Franklin Sirmans vom Pérez Art Museum Miami.
Videokunst zwischen Humor und Migration
Die 1988 in Rabat geborene Bennani lebt seit über einem Jahrzehnt in Brooklyn und studierte an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris sowie an der Cooper Union in New York. Ihre künstlerische Praxis verschmilzt Video, 3D-Animation, Skulptur und Sound zu immersiven Installationen, die zwischen Reality-TV-Ästhetik, Dokumentarfilm und Science-Fiction changieren, wobei anthropomorphe Tierfiguren als Protagonisten für Erzählungen über Migration, Diaspora-Identität und digitale Technologien dienen.
Zu ihren Schlüsselwerken zählt die dystopische Trilogie „Life on the CAPS“, die auf einer fiktiven Atlantik-Insel spielt, wo illegale Teleportations-Migranten festgehalten werden. Das während der COVID-Pandemie mit Lebenspartnerin Orian Barki produzierte Werk „2 Lizards“ ging viral und befindet sich heute in den Sammlungen von MoMA und Whitney Museum. Aktuell zeigt die Fondazione Prada in Mailand bis zum 24. Februar 2025 ihre bislang ambitionierteste Ausstellung „For My Best Family“, die unter anderem die kinetische Installation „Sole Crushing“ mit 192 choreografierten Flip-Flops umfasst.
Bennani wird von den Galerien François Ghebaly in Los Angeles, Sadie Coles HQ in London und CLEARING in Brüssel vertreten, während ihre Werke bereits bei der Whitney Biennial 2019, der Fondation Louis Vuitton und dem MoMA PS1 gezeigt wurden. Mit dem Eye Art & Film Prize aus Amsterdam war sie 2019 bereits international ausgezeichnet worden.
Jährliche Vergabe geplant
Die Künstlerin erklärte in ihrem Statement, zutiefst geehrt zu sein, von einer ikonischen Marke anerkannt zu werden, die seit langem innovative Kunst fördere. Die Auszeichnung inspiriere sie, weiterhin Arbeiten zu schaffen, die Perspektiven herausforderten und die Schönheit kollektiver Erfahrungen feierten. Der BOSS AWARD soll künftig jährlich vergeben werden und richtet sich nach Angaben der Jury an Künstler mit außergewöhnlicher kultureller Wirkung, wobei Kreativität bevorzugt wird, die sozial relevant ist und zur künstlerischen Landschaft von morgen beiträgt.


