Der Direktor der Kunsthalle Mannheim wechselt zum 1. April 2026 an die Spitze von Dänemarks größtem Museum für zeitgenössische Kunst. Nach 32 Jahren in Deutschland kehrt der gebürtige Kopenhagener in seine Heimat zurück.
Die Stadt Mannheim und das Arken Museum gaben den Direktorenwechsel am Montag bekannt, wobei Johan Holten seine neue Position zum 1. April 2026 antritt und damit zum Jahresende seine 6,5-jährige Amtszeit in Mannheim beendet. Der 1976 in Kopenhagen geborene Museumsleiter begründet den Schritt persönlich: „Der Abschied aus Mannheim fällt mir sehr schwer. Wir haben hier in den vergangenen Jahren sehr viel auf die Beine gestellt. Dennoch ist es für mich persönlich nach 32 Jahren in Deutschland der richtige Zeitpunkt nach Dänemark zurückzukehren.“
Bis zur Berufung eines Nachfolgers übernimmt die stellvertretende Direktorin Luisa Heese die Leitung der Kunsthalle Mannheim. Oberbürgermeister Christian Specht würdigte Holtens Arbeit: „Mit Johan Holten verliert die Stadt Mannheim einen äußerst engagierten Museumsdirektor, der die Kunsthalle mit seinen Visionen maßgeblich geprägt, entscheidend vorangebracht und als ein kulturelles Herzstück unserer Stadt verankert hat.“
Gesellschaftlich relevante Ausstellungen prägten Mannheimer Ära
Holten, der im September 2019 von der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden nach Mannheim wechselte, machte sich durch thematische Ausstellungen wie „Mutter!“ und „1,5 Grad“ einen Namen, zumal er die 2018 eröffnete Erweiterung der Kunsthalle mit einem ambitionierten Programm füllte. Seine letzte Ausstellung „Kaari Upson. Dollhouse“ eröffnet am 12. Februar 2026.
Der Museumsleiter verfolgte eine ungewöhnliche Karriere: Von 1994 bis 1998 tanzte er beim Hamburg Ballett, bevor er mit 22 Jahren zur Kunstgeschichte wechselte und an der Humboldt-Universität Berlin studierte. Nach Stationen am Heidelberger Kunstverein und in Baden-Baden prägte er die Mannheimer Sammlung durch Ankäufe von Künstlerinnen wie Nevin Aladağ, Kader Attia und Sarah Lucas.
Arken Museum nach erfolgreicher Neuausrichtung
Das Arken Museum for Moderne Kunst in Ishøj südwestlich von Kopenhagen gilt mit über 400 Werken als Dänemarks bedeutendstes Haus für zeitgenössische Kunst, wobei die Sammlung Schwerpunkte bei Damien Hirst, Ai Weiwei und nordischen Künstlern wie Per Kirkeby setzt. Die bisherige Direktorin Marie Nipper, die das Museum seit 2022 leitete und einen erfolgreichen wirtschaftlichen Turnaround vollzog, wechselt zum Jahresende als CEO zu Creator Projects.
Zwischen Nippers Abgang am 31. Dezember 2025 und Holtens Amtsantritt liegt eine dreimonatige Vakanz, während der das Führungsteam das Museum übergangsweise leitet. Lars Kirdan, Vorstandsvorsitzender des Arken, zeigte sich überzeugt: „Johan Holten hat jahrzehntelange Erfahrung als Kunstfachleiter auf der internationalen Szene und wird zweifellos nicht nur Arken, sondern die gesamte dänische und nordische Szene für zeitgenössische Kunst prägen.“
Holten entstammt einer prominenten dänischen Familie: Seine Mutter Bodil Nyboe Andersen war von 1995 bis 2005 die erste weibliche Nationalbankdirektorin Dänemarks und verstarb am 27. November 2025. Sein Bruder Kasper Holten leitet als Opernregisseur das Königliche Theater Kopenhagen.

