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Kaari Upson in Mannheim

13.2. – 31.5.2026 | Kunsthalle Mannheim

Kaari Upson, There is no such thing as outside, 2017-19 (Rauminstallation)

Kaari Upson in Mannheim

Vor vier Jahren ist die erst 1970 geborene Kaari Upson viel zu früh verstorben. Noch zu ihren Lebzeiten begann die Kunsthalle Mannheim, Werke der Kalifornierin zu erwerben; seit 2020 ist „Mother’s Legs“ Teil des Bestandes. Jetzt widmet das Haus ihr und ihrem Werk die erste museale Retrospektive in Deutschland. Ihre künstlerische Heimat sind allerdings die USA, nicht nur durch ihre Ausbildung am California Institute of Arts.

Das Versprechen der USA, jedermann einen Weg zum Glück zu eröffnen, war für sie ein zentrales Thema, wird doch dieser Traum für das Individuum allzu leicht zu einer Karikatur aus Reiz- und Konsumüberflutung. Die Folgen dessen auch für die Persönlichkeit des Einzelnen setzte sie in Kunst in verschiedenen Medien um, in der Malerei ebenso wie in der Installation oder der Videokunst. Ergebnis ist ein düster-dystopisches Werk, in dem sich das Zerbrechen am Amerikanischen Traum und die damit zusammenhängende Unsicherheit der eigenen, eigentlichen Identität ganz körperlich zeigen. In „Mother’s Legs“ etwa stellt sich dieser Prozess als Häutung dar. Zahllose Beine hängen als leere Hüllen von der Decke des Raumes dieser Installation. In Upsons Gemälden ihrer jüngsten Werkserie „Foot Face“ hat sich der Körper desintegriert und „falsch“ wieder zusammengesetzt. Gesichter bilden sich hier nicht aus einer Grundstruktur um Mund, Nase und Augen herum, sondern um einen Fuß herum. Es ist nicht leicht, im Amerika der Kaari Upson, in dem sie ihre Jugend in einem Kriminalitätsschwerpunkt Kaliforniens verbracht hat, ganz bei sich zu bleiben.

Kaari Upson. Dollhouse – Eine Retrospektive
13.2. – 31.5.2026
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
D-68165 Mannheim
Tel.: +49-621-2936423
Di – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 20 Uhr
Eintritt: 16 €, erm. 14 €
www.kuma.art

Text: Christian Hofmann
Bild: Kunsthalle Mannheim
Erstveröffentlichung in kunst:art 107

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