
Ein Bild, zwei Sichtweisen
Ist das nun endlich der Durchbruch? Der vom US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump vorgelegte Punkteplan scheint den Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina auf eine lang ersehnte Befriedung zuzusteuern. Wo die Existenzrechte arabisch-muslimischer und jüdisch-israelischer Kultur gegeneinander zu stehen scheinen, da gibt es auch ein Paradoxon. Denn muss etwas Getrenntes vereint werden? Oder sind es etwa die Gemeinsamkeiten, die einander entfremden? Der Künstler Costantino Ciervo greift diesen Widerspruch in seiner Kunst auf: In der Ausstellung „Comune – Das Paradox der Ähnlichkeit im Nahostkonflikt“ zeigt das Potsdamer museum Fluxus+ seine Serie großformatiger, in klassischer Malerkunst gefertigter Porträts von Menschen, die traditionell arabisch-palästinensische Kleidung tragen. Doch zum Malerpinsel gesellt sich nun der Zauberstab künstlicher Intelligenz dazu: Diese transformiert die Bilder in nahezu identische Darstellungen, dieses Mal jüdisch-israelische Attribute tragend.
Die Schau vergegenwärtigt sowohl die handwerklich angefertigten Originale als auch die Prompts, also die vom Künstler an die KI vermittelten Anweisungen zur Bildgestaltung. So entsteht eine Auseinandersetzung mit der neuen Technologie, die als Brille taugt, um die in einer komplexen kulturellen Wirklichkeit versteckten Ebenen sichtbar zu machen. Das museum Fluxus+ im Kulturquartier der Schiffbauergasse in Potsdam entstand 2008 auf Initiative des Unternehmers und Kunstsammlers Heinrich Liman und widmet sich der Fluxus-Bewegung.
Costantino Ciervo. Comune
16.11.2025 – 1.2.2026
museum Fluxus+
Schiffbauergasse 4f
D-14467 Potsdam
Tel.: +49-331-60108933
Mi – So 13 – 18 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 3 – 5 €
www.fluxus-plus.de
Text: Karolina Wrobel
Bild: museum Fluxus+
Erstveröffentlichung in kunst:art 106






