Die Hamburger Kunsthalle hat heute zwei Künstlerinnen mit internationaler Reputation ausgezeichnet. Jutta Koether erhält den Lichtwark-Preis, Karimah Ashadu den Förderpreis.
Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg würdigt mit dem Hauptpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, eine Künstlerin, die seit den 1980er Jahren das Verständnis zeitgenössischer Malerei prägt, während der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis an eine Filmemacherin geht, die im vergangenen Jahr auf der Biennale von Venedig den Silbernen Löwen gewann.
Jutta Koether, 1958 in Köln geboren und heute in New York, Berlin und Köln lebend, verbindet in ihrem Werk Malerei mit Performance, Musik und kritischem Schreiben. Die 67-Jährige war von 2010 bis 2024 Professorin für Malerei und Zeichnen an der HFBK Hamburg und prägte damit 14 Jahre lang die Ausbildung einer neuen Künstlerinnengeneration.
Ihre Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des MoMA New York, des Whitney Museum und des Museum Brandhorst München. Erst im Februar erhielt sie den Helen Frankenthaler Award der Foundation for Contemporary Arts, der mit 45.000 Dollar dotiert ist. Senator Carsten Brosda bezeichnete Koether als „Grenzgängerin zwischen bildender Kunst, Musik, Performance, Text und Theorie“, die mit ihren feministischen Werken gesellschaftliche und popkulturelle Strukturen hinterfrage.
Hamburg-Bezug beider Preisträgerinnen
Karimah Ashadu, 1985 in London geboren, lebt seit mehreren Jahren in Hamburg und Lagos. Die britisch-nigerianische Künstlerin wurde 2024 auf der Biennale von Venedig für ihren Film „Machine Boys“ über Motorradtaxifahrer in Lagos ausgezeichnet.
Ihre filmischen Arbeiten, die sie mit selbstgebauten Kamerahalterungen dreht, thematisieren Arbeitsbedingungen, Maskulinität und postkoloniale Geschichten in Westafrika. Vier ihrer Werke befinden sich bereits in der Sammlung des MoMA.
Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützte mehrere ihrer Produktionen. Ihr Film „Brown Goods“ von 2020 dokumentiert den Handel mit Gebraucht-Elektronik auf der Hamburger Billstraße.
Der Lichtwark-Preis wird seit 1951 vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg vergeben und erinnert an Alfred Lichtwark, der von 1886 bis 1914 Direktor der Hamburger Kunsthalle war. Zu den früheren Preisträgern zählen Joseph Beuys, Sigmar Polke, Hanne Darboven und Etel Adnan. Eine siebenköpfige Jury unter Leitung von Alexander Klar, Direktor der Hamburger Kunsthalle, wählte die beiden Künstlerinnen aus. Der Preis wird seit 1976 alle vier Jahre vergeben.

