
Der Tod in der Kunst
Die Kunsthalle Talstrasse widmet sich einem Thema, dem wir uns alle irgendwann stellen müssen. Das ewige Leben hat niemand von uns. Doch wie geht man mit dem Tod um? Eine Frage, die sich die Menschen seit Jahrhunderten stellen. Mögliche Antworten finden sie in der Kunst. Pikant sind dabei immer die Bilder oder Darstellungen von einer schönen jungen Frau, die der Sensenmann begehrt und mitnimmt. Die Ausstellung zeigt 150 Werke von 42 Künstlern. Die Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Fotografien entfalten die intensive Beschäftigung mit dem Thema. Höchst ungewöhnlich präsentieren sich Särge aus Ghana vom Stamm der Ga, einem fremden Kulturkreis. Diese sind farbenfroh, ausgefallen und würdigen den Verstorbenen mit dem, was er am liebsten hatte.
Ganz anders die europäische Kultur der Trauer. Deren Schwermütigkeit lässt sich nicht einfach so wegwischen. Wie in den Arbeiten des Malers Heinz Zander (1939–2024), der zur zweiten Generation der Leipziger Schule gehörte und sich dem Manierismus verschrieb. Seine Kreuzigungs-Szene verdeutlicht das Leid und Martyrium des Todes. Der hallesche Maler Uwe Pfeiffer hingegen lässt den Tod zaghaft auf die Schulter eines Bauarbeiters tippen, der ihn einfach ignoriert. Der amerikanische Fotograf Peter Hujar (1934–1987) fotografierte in den 1960er-Jahren die mumifizierten Leichen sizilianischer Kapuzinermönche und dokumentierte die Trostlosigkeit des Todes. In den meisten Arbeiten schimmert die christliche Vorstellung vom Tod durch.
Echo des Unbekannten. Vom Umgang mit Tod und Vergänglichkeit
2.10.2025 – 6.4.2026
Kunsthalle Talstrasse
Talstr. 23
D-06120 Halle (Saale)
Tel.: +49-345-5507510
Mi – Fr 13 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr, Sa + So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 6 €
www.kunstverein-talstrasse.de
Text: Nadja Naumann
Bild: Kunsthalle Talstrasse
Erstveröffentlichung in kunst:art 106








