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Oulu eröffnet das Jahr als nördlichste Kulturhauptstadt Europas

Kulturhauptstadt

Mit einem dreitägigen Winterfestival startet die finnische Stadt Oulu am 16. Januar ihr Jahr als Europäische Kulturhauptstadt. Das Programm setzt auf samische Kultur, Eiskunst und arktische Phänomene.

Rund 165 Kilometer südlich des Polarkreises beginnt das am weitesten nördlich gelegene Kulturhauptstadtjahr in der vierzigjährigen Geschichte der EU-Initiative, wobei die offizielle Eröffnungszeremonie auf dem Marktplatz der 220.000-Einwohner-Stadt stattfindet und europaweit per Livestream übertragen wird. Unter dem Motto „Cultural Climate Change“ hat die Oulu Cultural Foundation ein Programm entwickelt, das die geografische Randlage als konzeptuelle Stärke nutzt und über dreitausend Veranstaltungen bis Ende 2026 umfasst.

Das künstlerische Herzstück des Eröffnungswochenendes bildet die Uraufführung von „Ovllá“, der ersten vollständigen Oper in samischer Sprache, die das Oulu Theatre gemeinsam mit dem Oulu Symphony Orchestra und dem Sámi National Theatre Beaivváš entwickelt hat. Der samische Sänger Emil Kárlsen übernimmt die Hauptrolle in einem Werk, das weit über folkloristische Darstellungen hinausgeht und dem einzigen anerkannten indigenen Volk der EU eine prominente Bühne bietet. Parallel eröffnet im Oulu Museum of Art die Ausstellung „Eanangiella – Voice of the Land“, die samische Gegenwartskunst bis Mai 2026 zeigt.

Eisinstrumente und Tanz-Akrobatik

Neben der Opernpremiere prägt ein Konzert des norwegischen Musikers Terje Isungset das Festivalprogramm, bei dem er auf selbstgebauten Instrumenten aus Eis spielt, während das Duo Marta & Kim gemeinsam mit Vincent Kollar die Tanz-Akrobatik-Performance „FASE“ aufführt. Über zwanzig Veranstaltungsorte im Stadtzentrum verwandeln sich in Festivalgelände, darunter das Kunstmuseum, die Zentralbibliothek und renovierte Parkhäuser, wobei die meisten Programmpunkte kostenlos zugänglich sind.

Das Gesamtbudget von fünfzig Millionen Euro speist sich zu gleichen Teilen aus staatlichen und städtischen Mitteln, während EU-Förderung, Partnerkommunen und Sponsoren die restlichen zehn Millionen beisteuern. Neununddreißig Kommunen aus ganz Nordfinnland sind in das Programm eingebunden, das sich in drei saisonal geprägte Linien gliedert: „Brave Hinterland“ fokussiert im Winter auf arktische Traditionen, „Wild City“ thematisiert im Frühsommer das Aufeinandertreffen von Natur und Stadt, „Cool Contrasts“ schließt im Herbst mit Kunst und Technologie.

Silvester-Show erreichte Millionenpublikum

Ein erstes Stimmungsbild lieferte die Countdown-Show am 31. Dezember 2025, die über eine Million Fernsehzuschauer auf dem finnischen Sender Yle TV1 erreichte. „Es ist absolut unglaublich, dass das Event über eine Million Zuschauer erreicht hat“, kommentierte Programmdirektor Samu Forsblom das Ergebnis, das die Erwartungen der Organisatoren deutlich übertraf. Für das gesamte Jahr prognostiziert die Oulu Cultural Foundation 2,5 Millionen Besuche bei den geplanten Veranstaltungen.

Zu den weiteren Höhepunkten des Jahres zählen das Frozen People Festival am 28. Februar, bei dem elektronische Musik auf dem gefrorenen Meer erklingt, sowie die Winterschwimm-Weltmeisterschaften Anfang März mit über zweitausend Teilnehmern aus 45 Ländern. Im Juni eröffnet der „Climate Clock“, ein öffentlicher Kunstpfad mit sechs permanenten Werken internationaler Künstler wie des dänischen Kollektivs Superflex. Parallel zu Oulu trägt Trenčín in der Westslowakei den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2026 und eröffnet sein Programm vom 13. bis zum 15. Februar unter dem Motto „Zvedavosť“ (Neugier).

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