
Doch Doch
Jochen Mühlenbrink holt eines der beliebtesten, weil häufig amüsanten Genres der Alten Meister in die Gegenwart: Das Trompe-l’œil will den Blick täuschen, indem es etwas zu sein vorgibt, mit dem der Betrachter in seiner Welt rechnet und das daher nicht für gemalt gehalten wird. Etwas erscheint klar und realistisch wie in einem Spiegel.
In seinen Arbeiten verunklart Mühlenbrink diese Klarheit wieder, der Spiegel ist beschlagen, mit dem Finger eingezeichnete Spuren zeugen von der Tätigkeit des Malers und geben den Blick durch diese Spuren wieder frei, alles weitere bleibt hinter Kondensat unscharf. Alle Klarheit ist also vorgefunden, gemalt – beseitigt. Was soll man aus Betrachtersicht nun glauben? Plötzlich erhält der ungläubige Thomas eine ironische Note, der sich in einem der beschlagenen Spiegel abzubilden scheint, und zwar in der Interpretation der Malerei Caravaggios. Ähnlich geht es auch Caravaggios David, der bei Mühlenbrink ebenfalls wie in einem beschlagenen Spiegel erscheint, und letztlich auch dem Maler im Selbstporträt selbst. Hier schließt sich Jochen Mühlenbrink dem großen Barockmaler an, indem er etwas unglaublich Realistisches in die Sphäre der Gemälde einbringt. Denn das Selbstporträt ist offenbar ein mit dem Smartphone aufgenommenes Selfie. Anknüpfend an die noch bis zum 1. November 2026 laufende Einzelausstellung „Doch“ in der Mewo Kunsthalle Memmingen heißt die Leipziger Solo-Ausstellung „Doch Doch“ und gibt damit die eindeutigste Antwort auf mögliche Zweifel.
Jochen Mühlenbrink. Doch Doch
5.9. – 17.10.2026
ASPN Galerie
Spinnereistr. 7, Halle 10
D-04179 Leipzig
Tel.: +49-341-9600031
Mi – Fr 11 – 18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.aspngalerie.de