
Lichtzeichen
Lajos Keresztes, 1933 in Budapest geboren, ist es gelungen, während des ungarischen Aufstandes 1956 das Land zu verlassen. Vor rund siebzig Jahren kam er nach München, wo er sich für ein Architekturstudium entschied. Doch das war offensichtlich eine Notlösung, denn einige Jahre später, 1961, fand er sich in Köln wieder, um an der Fachhochschule für Photographie zu studieren. Damals war die Stadt ein Mekka der Fotografie: 1950 hatte die erste Photokina stattgefunden und, was für Keresztes noch wichtiger war, sie wurde von den sogenannten Bilderschauen begleitet, die bis 1980 unter der Leitung von Fritz Gruber organisiert wurden und der künstlerischen Fotografie einen großen Raum boten.
Nach dem Ende des Studiums lebte Keresztes als freischaffender Fotograf und Fotodesigner in Nürnberg, wo er 18 Jahre lang auch eine Non-Profit-Galerie führte. 1990 erschien sein Buch „Talking Walls“ mit einem Vorwort des bekannten Graffitikünstlers Naegeli. Lajos Keresztes hat die meisten Aufnahmen für das Buch in Farbe gemacht. Eine davon prägt sich besonders ein: eine Ziegelwand in New York, die mit drei verschiedenen Farben verziert wurde – ein wunderbar abstraktes Bild. Weitere Bücher mit seinen Fotografien erschienen über seine fränkische Heimat, die Städte Erlangen und Nürnberg, sowie über seine Reisen durch Marokko, Hongkong und Indien – wobei es ihm in seinem Schaffen weniger um die dokumentarische Funktion der Fotografie ging, sondern mehr um das Nachspüren von Formen und Farben. Nun widmet ihm das Kunsthaus Nürnberg eine Retrospektive.
Lajos Keresztes. Echos
7.3. – 31.5.2026
Kunsthaus Nürnberg
KunstKulturQuartier
Königstr. 93
D-90402 Nürnberg
Tel.: +49-911-23114000
Di – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr
Eintritt: 6 €, erm. 4 €
www.kunstkulturquartier.de/kunsthaus