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Oskar Koller in der Kunstvilla Nürnberg

11.10.2025 – 1.2.2026 | Kunstvilla im KunstKulturQuartier

Oskar Koller, Lerici, um 1963

Aus Freude am Malen

Es ist schön, wenn sich eine Kunstinstitution erinnert, wem sie ihre Existenz verdankt – nämlich den Malern, Grafikern und Bildhauern, die mit ihren Werken dazu beitragen, dass die Tage heller werden, die Schönheit aktueller, und die Erkenntnis bekräftigen, dass ohne die Kunst wahrscheinlich Tristesse in der Welt herrschen würde.

Dies lässt sich zumindest von dem 1925 in Erlangen geborenen Maler und Grafiker Oskar Koller sagen, der zwar zunächst eine Kaufmannslehre absolvierte, doch dann – 1947 – zu der damaligen Berufsschule (heute Fachhochschule) für Design wechselte, um vor allem in der Farbenlehre und im Zeichnen unterrichtet zu werden. 34-jährig beendete er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste als Meisterschüler bei Professor Hermann Wilhelm – dieser war ein guter Freund von Ernst Barlach und Alfred Kubin, seine persönliche Beziehung zu Max Liebermann war bekannt. Koller gab er offensichtlich so viele Impulse mit auf den eigenen Weg, dass sein Meisterschüler selbst dann an der Akademie ab 1985 eine Gastprofessur innehatte, nachdem er 1957 ein Stipendium des DAAD in Paris erhalten hatte. Hier begann er auch, seine ersten abstrakten Bilder zu malen.

Zuvor waren es vor allem Aquarelle, die ihn beschäftigten: Landschaften, Blumen, Bäume und Menschenbilder, darunter auch viele Bilder mit dem Thema Tanz, die ihm eine relativ große Bekanntheit gebracht haben. Er selbst schrieb dazu: „Mit der Zeit fand ich eine eigene Handschrift. Ich erkannte, je präziser und klarer ich meine gestalterischen Mittel einsetzte, desto stärker wurden meine Bilder … Je mehr ich die malerischen Mittel beherrschte, desto freier und kühner konnte ich mich ausdrücken, was nicht zuletzt die Früchte des Alters sichtbar machen.“ – Solche Zeilen würde man gerne auch an Kollers hundertstem Geburtstag noch heute lesen, wo KI und andere digitale Hilfsmittel der Malerei eher im Wege stehen, als sie zu fördern.

2022 gründete Koller eine Stiftung, in die er etwa 3.000 Arbeiten einbrachte, in denen neben seinen Lieblingsthemen Baum und Mensch auch Motive wie Haus und kubistische Architektur in Collagetechnik ihren Platz fanden. Jetzt erinnert die Kunstvilla Nürnberg mit einer Retrospektive an den fränkischen Künstler, in der ein Überblick über seinen künstlerischen Lebensweg mit Beständen aus der über fünfzig Jahre zusammengetragenen städtischen Sammlung wie auch Leihgaben aus Privatbesitz und aus dem Nachlass. Viele dieser in der Städtischen Sammlung befindlichen Arbeiten wurden in den vergangenen zwei Jahren wissenschaftlich bearbeitet und zum Teil auch restauriert. Es sind nicht nur Ölbilder und Aquarelle aus verschiedenen Lebensphasen von Oskar Koller, sondern auch Grafiken zu sehen. Sie belegen ausdrücklich, wie Koller einen eigenen Stil zwischen Figuration und Abstraktion entwickelte.

Seine Arbeiten passen ausgezeichnet in diese denkmalgeschützte historische Villa, die aufwändig renoviert wurde und auf 600 Quadratmetern auch aus eigenen Beständen thematische und monografische Ausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts präsentieren kann.

Dr. Milan Chlumsky promovierte an der Pariser Sorbonne über Ästhetik und den tschechischen Poetismus.

Oskar Koller. Aus Freude am Malen
11.10.2025 – 1.2.2026
Kunstvilla im KunstKulturQuartier
Blumenstr. 17
D-90402 Nürnberg
Tel.: +49-911-231-15893
Di – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr
Eintritt: 6 €, erm. 4 €
www.kunstkulturquartier.de/kunstvilla

Text: Dr. Milan Chlumsky
Bild: Kunstvilla im KunstKulturQuartier
Erstveröffentlichung in kunst:art 106

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