
Konkret gesagt
Diese Retrospektive zu Helga Philipp (1939–2002) ist eine längst überfällige Hommage an eine der konsequentesten Künstlerinnen Österreichs. Als Pionierin der kinetischen Kunst und Op-Art forderte sie die Sehgewohnheiten ihres Publikums radikal heraus. Während ihre Zeitgenossen oft den expressiven Wiener Aktionismus pflegten, suchte Philipp die Objektivität der Form und brachte internationale konstruktive und konkrete Tendenzen nach Wien. Philipp, die auch als einflussreiche Unterrichtende an der Universität für angewandte Kunst wirkte, verstand das Bild stets als einen Prozess der Wahrnehmung.
Helga Philipps Werk zeichnet sich durch eine kühle, präzise Ästhetik zwischen Geometrie und Illusion aus. Die Ausstellung verdeutlicht ihre Entwicklung von frühen grafischen Experimenten hin zu komplexen Objekten, die Licht und Raum als aktive Gestaltungselemente nutzen. Die Kulturhistorikerin Dr. Anna Spohn erklärt dazu: „Helga Philipp […] hat sich in ihren Gestaltungsmitteln und Themen stark beschränkt und es in diesen ‚Spezialgebieten‘ zu einer hohen Perfektion und Fluktualität (die Fähigkeit eine Idee mit möglichst vielen Themen oder ein Thema mit möglichst vielen Ideen ausstatten zu können) gebracht“. Besucher werden dazu eingeladen, innezuhalten und durch die Veränderung des eigenen Standpunkts die subtilen Nuancen und die emotionale Tiefe dieser präzisen Ästhetik zu entdecken. Ein Pflichttermin für alle, die das Zusammenspiel von Geometrie, Licht und Bewegung erleben wollen.
Helga Philipp. Bewegungsräume
1.5. – 20.9.2026
Albertina
Albertinaplatz 1
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-534830
Täglich 10 – 18 Uhr, Mi & Fr 10 – 21 Uhr
Eintritt: 19,90 €, erm. 15,90 €
www.albertina.at