
Das Kunsthaus Graz fragt nach
Wo ist der Löwenzahn? Oder besser, wo ist er nicht? Wir alle kennen ihn, die Pflanze taucht an allen möglichen und unmöglichen Stellen ungefragt auf: Manche Menschen sind begeistert ob seiner knallgelben Blüten und lautlos schwebenden Samen, andere, Gärtner etwa, suchen ihn tunlichst auszurotten, denn wo Löwenzahn, da ist bald kein Rasen mehr… Der Blume und ihrer vielfachen Beziehung zum Menschen widmet das Kunsthaus Graz eine Ausstellung. Sie läuft unter dem ein wenig rätselhaften Titel „30% Löwenzahn“. Hinter der Prozentangabe verbirgt sich eine überraschende Tatsache: Wenn man der einschlägigen Wissenschaft da trauen kann, teilen wir Menschen uns nämlich ein Drittel des genetischem Materials mit der Blume.
Ok, mit dem schwerelosen Schweben hapert es ja manchmal etwas, aber die Allgegenwärtigkeit, die Anpassungsfähigkeit, der rigorose Überlebenswille und manchmal auch die Schönheit, das passt schon. 35 Werke, teils aus der zeitgenössischen Produktion, teils Leihgaben aus dem Universalmuseum Joanneum, betrachten den Löwenzahn als hübsche Blume, botanisches Gewächs, kulturelles Symbol und ästhetisches Phänomen. In Naturkunde, Kulturgeschichte, bildender Kunst und auch Literatur: Allüberall taucht die krautige Wiesenpflanze auf. Mal geht es um ihr Potenzial als natürliches Heilmittel, mal um eine symbolische Bedeutung. Heute scheint vor allem das interdependente Gedeihen des Löwenzahns in einem Netzwerk für Künstler relevant zu sein: Ökologie und Lebensphilosophie.
Kunsthaus Graz
bis zum 8.11.2026
Lendkai 1
30 % Löwenzahn
A-8020 Graz
Tel.: +43-316-8017-9200
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 13 €, erm. 11 €
www.museum-joanneum.at