Hallo, Nachbar! – Der tägliche Tanz um Nähe und Distanz

26.11.17 - 25.03.18 | Vögele Kultur Zentrum

Wie nah wollen wir unserem Nachbarn sein? Wieviel darf oder soll er von uns wissen? Was tragen wir selbst zu einem angenehmen Miteinander bei und ist persönlicher Austausch und Fürsorge für die Nachbarschaft überhaupt noch zeitgemäss? Wir alle meinen, uns mit Nachbarn bestens auszukennen. Denn jeder hat einen und jeder ist einer. Sie sind Angelpunkt sozialen Zusammenhalts und gleichzeitig Kontrollinstanz. Mit Nachbarschaft lässt sich viel bewegen und das wachsende soziale Engagement jedes Einzelnen dürfte in Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnehmen.

Die Nachbarschaft sucht man sich im besten Fall aus, nicht aber die Nachbarn jenseits der Wand oder auf der anderen Seite des Zauns. Meist handelt es sich um ein mehr oder weniger zufälliges Zusammentreffen von Individuen. Von Menschen mit ganz eigenen Charakteren, unterschiedlichen Kulturen und Vorstellungen. Was wir über unsere Nachbarn wissen – oder eben gerade nicht wissen wollen – wird ganz wesentlich von sinnlichen Wahrnehmungen bestimmt. Denn mit den Menschen nebenan tauschen wir uns mit allen Sinnen aus: Wir hören, sehen, riechen ihre alltäglichen Gewohnheiten und Befindlichkeiten. Dass diese nachbarschaft-liche Beziehung deshalb auch ein grosses Konfliktpotenzial birgt und Einfluss auf unser Wohlbefinden hat, leuchtet ein.

Nachbarschaft lässt sich nicht wirklich planen. Denn Nachbarn kommen und gehen. Sie entzieht sich somit einer zentralen Steuerung und organisiert sich selbst. Dennoch wird in der Planung von Wohn- und Stadtraum darüber nachgedacht, wie sich Umfeld und Nachbarschaft lebenswert gestalten lassen. Und es werden vor allem in den letzten Jahren sowohl städtebauliche wie auch künstlerische Projekte initiiert, die jeden zum Mittun auffordern.

Die Ausstellung basiert auf alltäglichen Beobachtungen sowie wissenschaftlichen Erkennt-nissen und gibt Einblicke in die unterschiedlichen Wissensfelder, die sich – ganz aktuell – mit dem Thema Nachbarschaft auseinandersetzen. Sie geht mittels Gegenwartskunst, wissen-schaftlichen Beiträgen und Alltagskultur verschiedenen Aspekten nachbarschaftlichen Zu-sammenlebens nach und erörtert die Frage, was wir für uns selbst und für ein gutes Miteinander lernen, wenn wir den Mikrokosmos menschlicher Gemeinschaft erkunden.

Die Ausstellung zeigt Werke folgender Kunstschaffender:
Stefan Banz, Stéphanie Beaulieu, Andres Bosshard, Heidi Bucher, Volker Gerling, Anke Heelemann, Andreas Herzau, Bettina Hutschek, Janina Janke & Bill Dietz, Andreas Koch, Norman McLaren, Peter Piller, Matthias Richter, Stephan Schenk, Jean-Frédéric Schnyder, Kateřina Šedá, Sarah van Sonsbeeck, Jules Spinatsch, Arne Svenson, Meret Wandeler & Ulrich Görlich, Anna Wiesinger.
Sowie eine installative Arbeit der ZHAW, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, zur komplexen Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen

 

Text: Vögele Kultur Zentrum | Foto: Vögele Kultur Zentrum
Externer Link: Vögele Kultur Zentrum

 

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