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Das Museum Ostwall Dortmund fragt sich und uns

30.4.2025 – 1.2.2026 | Museum Ostwall

Ausstellungsansicht

Ist die Kunst das schönere Leben?

Diese Ausstellung dreht das große Rad: „Kunst → Leben →Kunst“. Schon im Titel ist man in eine Diskussion versetzt, die das moderne Denken über Kunst bestimmt hat. Hatte der Idealismus des 19. Jahrhunderts den Bereich des sprichwörtlichen Wahren, Schönen, Guten gern abgesetzt von den Niederungen des gewöhnlichen Lebens, so war in der Moderne die Integration von Kunst und Leben angesagt. Das Dortmunder Museum am Ostwall verortete sich unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg genau hier: Gründungsdirektorin Leonie Reygers wollte mit ihrer Museumsarbeit, die sie als Kulturarbeit im umfassendsten Sinne des Wortes verstand, einwirken in das alltägliche Leben der damals noch weitgehend durch die Schwerindustrie dominierten Region.

„Das Museum sieht seine Hauptaufgabe in der Verbindung von Kunst und Leben“, so ganz programmatisch Leonie Reygers 1949. „Kunst → Leben → Kunst“ ist zunächst einmal längst fällige Würdigung dieser bedeutenden und für zwei Jahrzehnte (bis zu ihrer Pensionierung 1966) Maßstäbe setzenden Museumsmacherin. Zwei Stränge dabei: zum einen, wie auch andernorts in der jungen Bundesrepublik, das Publikum (wieder) vertraut zu machen mit der Kunst der Moderne, zum anderen aber, und das war ein ganz eigener Akzent, die Integration von angewandter und freier Kunst. So standen neben dem Aufbau einer umfassenden Sammlung zum Expressionismus ganz selbstverständlich Ausstellungen wie „Bauen und Formen in Holland 1920 bis heute“ oder „Hausgerät aus USA“. Die Kunst im Museum und das Leben außerhalb sollten sich berühren und gegenseitig inspirieren.

Das passte gut zum Hang vieler Künstler seit den 1960er-Jahren, die – Stichwort Nouveaux Réalistes oder Fluxus – in Werbeästhetik und Produktwelt der modernen Konsumgesellschaft unerschöpfliches Material fanden. Künstlerisch hochgradig spannend: umso mehr, als das flotte neue Wohnzimmer in Schleiflack unversehens auch mal zum „Wahnzimmer“ mutieren konnte, wie es das Dortmunder Fotografenpaar Anna und Bernhard Blume mit Begeisterung durchexerzierte in skurrilen Fotogeschichten. Heute, nach dem Umzug des Museums vom Ostwall in das Dortmunder U am Bahnhof, setzt das Haus – inzwischen unter der Leitung von Regina Selter – die Auseinandersetzung mit lebensnahen Themen in der Kunst engagiert fort.

In Sammlungsentwicklung wie Ausstellungspraxis: Fragestellungen aus den Bereichen Ökologie, Genderdiskussion, soziale Verhältnisse oder Migration sind zentral. Besondere Beachtung findet dabei der Fokus auf weibliches Kunstschaffen oder außereuropäische Kunst, beide Kategorien bislang kaum präsent. Ein eigens gegründeter Beirat, aus verschiedensten Gruppen der Dortmunder Bevölkerung zusammengesetzt, bringt kritische Reflexion und möchte den Museumsraum noch weiter zur heutigen Stadtgesellschaft hin öffnen. „Exkursräume“, zu Kunst und (Arbeits-)Alltag im Museum etwa, ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen. Kunst und Leben, diese Geschichte ist offenbar noch lange nicht ausdiskutiert!

Dieter Begemann gehört bereits seit der ersten Ausgabe von kunst:art zu den festen Autoren dieser Zeitschrift.

Kunst –> Leben –> Kunst
30.4.2025 – 1.2.2026
Museum Ostwall
Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
D-44137 Dortmund
Tel.: +49-231-5024723
Di – So 11 – 18 Uhr, Do + Fr 11 – 20 Uhr
www.dortmunder-u.de/museum-ostwall

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