Antikstübchen in der Galerie Crone Wien

23.05. - 27.8.2025 | Galerie Crone Wien

Ausstellungsansicht

Flohmarktfieber

Christian Jankowski ist bekannt für seine Aktionen und Installationen, die verschiedene Ebenen der Realität mit seinen künstlerischen Fiktionen vermischen, und die dabei die Natur der objektiven Realität unwiederbringlich verloren gehen lassen. In „Antikstübchen Nachwort“ präsentiert uns Jankowski ein provokantes Werk, das einen Nerv unserer Zeit berührt: die Manie für Vintaging, Flohmarktbesuche und Upcycling. Der 1968 in Göttingen geborene Künstler hat einen Wanderzirkus aus alten Kleidern, Briefen, Fußmassagegeräten, Tassen, Stapeln von Pfennigen, Zeitungsausschnitten und anderen Gegenständen zusammengestellt, die zum Leben des Kunstsammlers und Mäzens Harald Falckenberg (1943–2023) gehörten. Nach Potsdam und Basel ist Wien die dritte Station auf dieser kuriosen Tour.

Es ist ein voyeuristisches Vergnügen, all dieses „alte Klumpert“ zu betrachten, das in keiner Weise bemerkenswerter aussieht als die Dinge, die sich auch in jeder beliebigen Wohnung, auch der der eigenen Großtante stapeln könnten. Das Wissen, dass diese unscheinbaren Gegenstände — ausgefranste Krawatten, eine große Leselupe für den Schreibtisch — einem wohlhabenden und einflussreichen Mann gehörten, gibt den Betrachtenden ein starkes Vanitas-Moment: abgewetzte Lederstühle und Klaus-Staeck-Poster als Memento mori. Jankowski hat auch Leuchtkästen mit absurden Werbesprüchen aufgestellt, die mit Titeln aus kunsttheoretischen Schriften kombiniert wurden, welche mit Falckenberg in Verbindung stehen. Eine entzückende Show, lustig, traurig und äußerst relevant.

Christian Jankowski. Antikstübchen Nachwort
23.05. – 27.8.2025
Galerie Crone Wien
Getreidemarkt 14
(Eingang Eschenbachgasse)
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-5813164
Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr
Eintritt frei
www.galeriecrone.com

Text: Dr. Renée Gadsden
Bild: Galerie Crone Wien
Erstveröffentlichung in kunst:art 104