
Sein grafisches Werk
Eigentlich ist der Schweizer Künstler Jean Tinguely (1925–1991) in erster Linie für seine beweglichen, maschinenähnlichen Skulpturen bekannt, die vor Fantasie nur so sprühen. Zu seinem 100. Geburtstag widmet sich die Galerie Kornfeld in Bern dem grafischen Werk Tinguelys, das hauptsächlich Zeichnungen und Druckgrafiken umfasst, die oft mit seinen kinetischen Skulpturen im Zusammenhang stehen.
Die Maschinen faszinierten ihn in bis ins kleinste Detail. Selbst die Geräusche einer Maschine begeisterten ihn. Die Begeisterung setzt sich in seinem grafischen Werk eindrucksvoll fort. Die Poesie, die er in den Maschinen fand, setzte er grandios um. Ab 1954 setzte er sich mit beweglichen Automaten, Reliefs und Drahtskulpturen intensiv auseinander. Seine beweglichen Skulpturen waren dabei alles andere als perfekt und in ihrer Funktionstüchtigkeit dem Zufall ausgesetzt. Seine Ideen der Beweglichkeit brachte er in seine Grafiken mit vollem Elan ein, in denen vor allem die Farbigkeit begeistert und der forsche Strich des Bleistifts oder Pinsels. Beschäftigt man sich genauer mit jenen Arbeiten, so erschließen sich viele Skulpturen leichter. Es ist das Zusammenspiel, das Ausprobieren, was in der Umsetzung in eine Skulptur verdeutlicht. Das Scheitern gehört zum kreativen Schaffen dazu. Bekanntlich fand Tinguely immer einen Weg, eine Idee real werden zu lassen und zu experimentieren. Doch die zeichnerischen und grafischen Arbeiten Tinguelys sind etwas Besonderes und laden zum Träumen ein.
Jean Tinguely. 100 Jahre
7.11. – 13.12.2025
Galerie Kornfeld Auktionen AG
Laupenstr. 41
CH-3008 Bern
Tel.: +41-31-5525555
Mo – Fr 13:30 – 17 Uhr, Sa 10 – 12 Uhr
Eintritt frei
www.kornfeld.ch
Text: Nadja Naumann
Bild: Galerie Kornfeld Auktionen AG
Erstveröffentlichung in kunst:art 106







