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Louvre nach Streik wieder geöffnet

Louvre wieder geöfnet

Die Beschäftigten des Louvre haben ihren Streik nach vier Tagen ausgesetzt. Das Museum ist seit Freitag wieder vollständig zugänglich, doch die Gewerkschaften warnen vor einer Wiederaufnahme des Streiks.

Am Freitagmorgen öffnete das meistbesuchte Museum der Welt wieder regulär seine Pforten, nachdem die Belegschaft in einer Vollversammlung für die Aussetzung des Streiks gestimmt hatte. Die Arbeitsniederlegung, die am 15. Dezember mit einer einstimmigen Abstimmung von rund 400 Beschäftigten begonnen hatte, führte zunächst zur vollständigen Schließung des Hauses und in den Folgetagen zu einem stark eingeschränkten Betrieb, bei dem lediglich ein reduzierter Rundgang zu den bekanntesten Werken wie der Mona Lisa und der Venus von Milo möglich war.

Die Gewerkschaften CGT, CFDT und SUD Culture Solidaires hatten den Streik mit einem umfangreichen Forderungskatalog begründet, der die Schaffung von 200 neuen Vollzeitstellen, höhere Gehaltszulagen und eine grundlegende Sanierung des historischen Gebäudes umfasst. Das französische Kulturministerium unter Rachida Dati sagte während der Verhandlungen zu, eine geplante Budgetkürzung von 5,7 Millionen Euro für 2026 zurückzunehmen und zusätzliche Stellen im Empfangs- und Sicherheitsbereich zu schaffen.

Strukturelle Krise hinter dem Arbeitskampf

Der Konflikt steht im Zusammenhang mit einer Serie von Vorfällen, die das Pariser Haus seit Monaten erschüttern. Im Oktober drangen Einbrecher in das Museum ein und entwendeten acht Kronjuwelen im Wert von geschätzt 88 Millionen Euro, wobei sie der herbeigerufenen Polizei um nur wenige Sekunden entkamen. Ende November beschädigte ein Wasserrohrbruch in der Ägyptologie-Bibliothek mehrere hundert Bücher, und eine Galerie musste wegen baufälliger Tragbalken geschlossen werden. Direktorin Laurence des Cars räumte bei einer Senatsanhörung ein, von einem Sicherheitsaudit aus dem Jahr 2018, das genau die Schwachstelle identifiziert hatte, über die der Einbruch erfolgte, erst nach der Tat erfahren zu haben.

In den vergangenen fünf Jahren wurden am Louvre rund 200 Vollzeitstellen abgebaut, während die Besucherzahlen auf 8,7 Millionen im Jahr 2024 stiegen. Das historische Gebäude war ursprünglich für maximal vier Millionen jährliche Besuche konzipiert. Die Gewerkschaft SUD Culture Solidaires bezeichnete den Personalmangel als „monströs“ und kritisierte, dass Millionenbeträge für einen neuen Eingang geplant würden, während das Gebäude selbst zerfalle.

Die CFDT-Vertreterin Valérie Baud betonte, der Streik sei nicht beendet, sondern lediglich ausgesetzt worden, um den Verhandlungen Raum zu geben. Der Préavis, also der formelle Streikvorhalt, bleibe aktiv. Mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtsferien, in denen der Louvre traditionell hohe Besucherzahlen verzeichnet, dürfte die Aussetzung auch taktischen Erwägungen geschuldet sein. Ob die bisherigen Zusagen des Kulturministeriums ausreichen, um eine dauerhafte Befriedung zu erreichen, bleibt abzuwarten.

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