
Nicht nur Opernfestspiele
Natürlich denkt man bei Bayreuth reflexartig an das Festspielhaus. Die oberfränkische Stadt hat aber mehr als nur Wagner zu bieten, obwohl man am berühmten Opernkomponisten kaum vorbeikommt. 1951 etwa: Damals luden nicht nur, erstmals nach kriegsbedingter Pause, die Festspiele zur neuen Saison ein. Eine Gruppe ortsansässiger Künstler beschloss zeitgleich, den zu erwartenden Publikumsstrom ein wenig auch auf eigene Mühlen zu lenken. Die „Freie Gruppe Bayreuth“ konstituierte sich ganz programmatisch als strikt unprogrammatisch. Die beteiligten Künstler und, durchaus ein bedeutender Anteil, die Künstlerinnen wollten bewusst nicht zu den so zahlreichen und oftmals lautstarken Gruppierungen der Nachkriegszeit zählen, die etwa die Abstraktion als einzig zeitgemäße Kunst propagierten. Nein, die im fränkischen Raum beheimateten Künstler pflegten ihre Individualität, was sich im Gruppennamen widerspiegelte. Allemal aber galt es, den großen Nachholbedarf an zeitgenössischer Kunst zu decken und zugleich ein neues, demokratisches kulturelles Umfeld in Deutschland aufzubauen.
Vom erwähnten ersten Auftritt der „Freien Gruppe Bayreuth“ 1951 mit Malerei, Grafik und Plastiken, damals noch ganz bescheiden in einem Schulgebäude, ins Jahr 2025: Die heutige Ausstellung im Bayreuther Kunstmuseum, seit 1999 in den Baulichkeiten des Alten Rathauses, zeigt die damals beim Publikum so erfolgreichen Positionen der unmittelbaren Nachkriegszeit, führt die Linie aber fort bis in die 1970er-Jahre.
Kunst in Bayreuth 1940 – 1970
11.09. – 22.2.2026
Kunstmuseum Bayreuth
Altes Barockrathaus
Maximilianstr. 33
D-95444 Bayreuth
Tel.: +49-921-7645310
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 2 €, erm. 1 €
www.kunstmuseum-bayreuth.de
Text: Dieter Begemann
Bild: Kunstmuseum Bayreuth
Erstveröffentlichung in kunst:art 106








